Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschonende Depotdüngung praxisfit machen - Neue Versuche in der FAL

02.04.2002


Mit Zinkeninjektionsgeräten können Düngelösungen streifenförmig in den Boden eingebracht werden ("Streifeninjektion")


Mit Sternrad-Injektionsmaschinen werden die Düngelösungen punktförmig in den Boden injiziert ("Punktinjektion")


Die Stickstoffdüngung nach dem sog. CULTAN-Verfahren hat gegenüber konventioneller Düngetechnik mehrere Vorteile: Verminderung der Nitratauswaschung ins Grundwasser (Trinkwasserschutz), gesündere Pflanzen, bessere Düngemittelausnutzung und weniger Arbeitsaufwand. Bisher schränken fehlende konkrete Düngeempfehlungen für dieses Verfahren den Praxiseinsatz noch ein. Neue FAL-Versuche werden durchgeführt, um diese Lücke zu füllen.

Beim CULTAN-Verfahren (Controlled Uptake Long Term Ammonium Nutrition) zur Stickstoffdüngung von Ackerkulturen werden nitratfreie oder -arme Ammonium-Harnstoff-Lösungen mit speziellen Geräten direkt in den Boden zwischen die Pflanzenreihen in Wurzelnähe injiziert. An den Injektionsstellen bilden sich Stickstoffdepots, die bei korrekter Bemessung des Düngebedarfs zur Ernte vollständig verbraucht sind. Die hohe Ammoniumkonzentration macht sie gegen mikrobielle Umsetzung sehr stabil. Dadurch wird der Stickstoff nicht zu Nitrat umgewandelt und es bildet sich im Boden weniger auswaschungsgefährdetes Nitrat. Außerdem kann die gesamte Stickstoffdüngung so in einer Gabe erfolgen. Dies reduziert den Arbeitsaufwand, die Bodenbelastung und den Treibstoffeinsatz.

Erste Versuche und Praxiserfahrungen bestätigen, dass nach der CULTAN-Methode gedüngte Bestände meistens ein gleich hohes, oft aber auch ein höheres Ertragsniveau aufweisen als konventionell gedüngte Vergleichsbestände und die Pflanzen generell einen gesünderen Eindruck machen.

Auf Initiative von Dr. Martin Kücke vom FAL-Institut für Pflanzenbau und Grünlandwirtschaft hat die FAL im Rahmen ihrer Arbeiten zur Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme im vorigen Jahr mehrere Versuchsserien zur CULTAN-Düngung begonnen. In diesem Jahr beginnt in der FAL ein umfangreicher Systemversuch, in dem mehrjährig der Einfluss unterschiedlicher Injektionstermine und Stickstoffdüngermengen auf den Ertrag, die Qualität und die Stickstoffauswaschung untersucht werden wird. Versuche zur Stickstoffausnutzungseffizienz und zur Wirksamkeit unterschiedlicher auf dem Markt verfügbarer Düngelösungen sind ebenfalls angelegt und werden im April erstmalig durchgeführt (die genauen Termine sind witterungsabhängig). Hierzu sind Pressevertreter/innen herzlich willkommen, wobei auch die Möglichkeit zum Pressegespräch besteht. Um Terminabsprache wird gebeten.

Kontaktadresse:
Dr. Martin Kücke
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenbau und Grünlandwirtschaft
Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Tel: 0531 596 2417
E-Mail: martin.kuecke@fal.de

Margit Fink | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik