Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn die Schote fällt - Was ist los im Raps?

13.06.2007
Seit Mitte Mai wird im mittleren Teil Deutschlands ein rätselhaftes Abfallen von Rapsschoten beobachtet. Noch ist die Ursache dafür nicht klar.

Für Lutz Kolbmüller vom Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz ist die Situation grundsätzlich kein Grund zur Unruhe. "Bei uns in Brandenburg ist das Problem abfallender Schoten durchaus bekannt, hierfür ist der Stress der Pflanzen während des trockenen Aprils verantwortlich".

Zu dieser Ansicht kommt Kolbmüller aufgrund der Beobachtung, dass der Schotenabwurf auf guten Standorten bislang nur sehr vereinzelt beobachtet wurde. Meist handelte es sich dabei um Frostlagen: "Sicherlich ist die Situation in dieser Stärke ungewöhnlich".

Zur Situation in Nordrhein-Westfalen äußerte sich Dr. Joachim Holz: "In unseren Sortenversuchen sehen wir deutlich, dass eine ganze Reihe von Sorten betroffen sind", sagt der Leiter des Fachbereichs Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen bei der Landwirtschaftskammer NRW und widerspricht damit Mutmaßungen über eine besondere Anfälligkeit einzelner Sorten. Die Pflanzen hätten zu unterschiedlichen meteorologischen Gegebenheiten geblüht und Schoten entwickelt, meint Holz, "möglicherweise erklärt dies die Lage".

... mehr zu:
»Abfall »Raps »Schote »Sorten

Festgestellt wird, dass bei manchen Sorten im oberen Teil der Pflanzen die Blüten nicht befruchtet wurden. Gerade der Monatswechsel April/Mai zeichnete sich aber durch extreme Temperaturunterschiede aus und könne dies verursacht haben. "Nachts fielen die Temperaturen auf 0 Grad, tagsüber ging es dann in den Beständen wieder hoch bis auf 25 bis 30 Grad", beschreibt Holz die Situation. An ein Abfallen der Schoten als Reaktion auf die extreme Trockenheit glaubt er weniger: "Für Raps als Tiefwurzler hätte es da schon extrem trocken gewesen sein müssen".

Spekulationen über die Konsequenzen des Abfallens der Schoten reichen von Einbußen zwischen 5 und 50 Prozent. "Wir in Mecklenburg-Vorpommern gehen von einem durchschnittlichen Rapsjahr aus", wagt Kay Schmekel als Pressesprecher im Schweriner Landwirtschaftsministerium eine Prognose, "leicht besser als 2006". Der Abfall der Schoten erkläre sich aus der Bildung besonders zahlreicher Schoten, bedingt durch den sehr milden Winter sowie den ebenso milden Jahresbeginn. Die starke Fruchtbildung konnte im weiteren Verlauf der Entwicklung während des extrem dürren April nicht ausreichend versorgt werden.

Folglich bildeten die Pflanzen die eher schwachen Schoten zurück und warfen sie ab. Schmekel: "Letztlich eine rein physiologisch bedingte Reaktion".

Eine endgültige Erklärung für das Abfallen der Schoten scheint noch nicht gefunden zu sein. Dem Winterraps als regenerationsstarke Pflanze stehen aber offensichtlich noch alle Möglichkeiten für eine ordentliche Ernte offen.

Dr. Uwe Scheper | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Abfall Raps Schote Sorten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kombination von Abwehrgenen schützt Weizen besser gegen Mehltau
22.01.2018 | Universität Zürich

nachricht Bürgerforschungsprojekt SAIN: Urban Farming gemeinsam voranbringen
18.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics