Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie wollen wir uns in Zukunft ernähren?

07.05.2007
Neue Publikation fasst Ergebnisse der Sozial-ökologischen Agrar- und Ernährungsforschung zusammen und zeigt Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung in Landwirtschaft und Ernährung auf.

Wie kann ich mich gesund und ökologisch ernähren? Welchen Nutzen habe ich von Lebensmitteln aus der Region - und was hat die Region davon?

Sechs Forschungsprojekte haben sich im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) seit einigen Jahren mit diesen Fragen befasst und herausgearbeitet, wie Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung nachhaltig gestaltet werden können. Wichtige Elemente einer nachhaltigen Ernährung sind: umweltfreundliche Landwirtschaft, fairer Umgang zwischen Erzeugern und Handelspartnern, transparente Lebensmittelketten, angemessene Preise für Hersteller und Verbraucher, gesunde Ernährung, vielfältige Esskultur.

Zentrale Ergebnisse sind jetzt im Sammelband "Vom Acker auf den Teller - Impulse der Agrar- und Ernährungsforschung für eine nachhaltige Ernährung" veröffentlicht worden. Die Beiträge nehmen die komplette Lebensmittelbranche in den Blick: von den landwirtschaftlichen Erzeugern über die Lebensmittelverarbeitung und den Handel bis hin zu den Konsumierenden. In dem Band werden erstmals die unterschiedlichen Perspektiven von Unternehmen, Verbraucherninnen und Verbrauchern sowie der zuständigen Politik zusammengeführt und Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung abgeleitet.

Dabei kristallisiert sich immer stärker heraus, dass Lebensmittelskandale, ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme oder Umweltbelastungen durch Landwirtschaft nicht durch vereinzelte Maßnahmen zu vermeiden sind. Es ist vielmehr notwendig, in einem breiten gesellschaftlichen Dialog über die Frage zu diskutieren: "Wie wollen wir in Zukunft unsere Ernährung gestalten?"

Regionale Lebensmittel und Esskultur sind ein Beispiel für eine nachhaltige Ernährung. Spargel ist ein typisches Regionalerzeugnis, das an den jeweiligen Standort angepasst ist und nach der Region "schmeckt". Eine regionale Vermarktung sorgt für kurze und transparente Handelswege und schafft bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel. Aber nur ein kleinerer Anteil unserer Lebensmittel stammt aus der Region, die Auswahl ist eingeschränkt und die Preise sind wegen der geringen Umsätze oft hoch.

Regionale Lebensmittel sind also kein Selbstläufer. Das Forschungsprojekt OSSENA zeigt, dass sie zwar ins Supermarktregal gebracht und logistische Probleme gelöst werden können. Wenn es dem Supermarkt aber nicht gelingt, "Regionalität" als positives Markenzeichen vermitteln, dann bleibt der Verkaufserfolg aus - und der Impuls für eine nachhaltige Ernährungskultur verpufft.

Mit der Publikation leisten die Forschungsprojekte einen Beitrag zu einer breiten und offen geführten gesellschaftlichen Debatte über die zukünftige Agrarwirtschaft und Ernährung. Dabei gehe es nicht darum, unüberbrückbare Gegensätze zwischen konventionellen und ökologischen Ansätzen aufzurichten, sondern nach gemeinsamen Strategien für nachhaltige Lösungen zu suchen. Konflikte können dafür einen geeigneten Ausgangspunkt bilden - auch das ist ein Forschungsergebnis.

Buchpublikation:
"Vom Acker auf den Teller - Impulse der Agrar- und Ernährungsforschung für eine nachhaltige Ernährung", Benjamin Nölting, Martina Schäfer (Hrsg), oekom,2007, ISBN: 978-3-86581-032-8, Preis 29,80 €.
Weitere Informationen und Rezensionsexemplare erhältlich über:
Dr. Benjamin Nölting
Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin
Sekr. P 2-2, Hardenbergstr. 36 A, 10623 Berlin
Tel.: 030/314-26 368; Fax: 030/314-26 917
E-Mail: noelting@ztg.tu-berlin.de
Die Sozial-ökologische Forschung (SÖF) ist ein Forschungsschwerpunkt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Ralph Wilhelm | idw
Weitere Informationen:
http://www.regionalerwohlstand.de
http://www.sozial-oekologische-forschung.org

Weitere Berichte zu: Ernährung Ernährungsforschung Impuls

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise