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Massenauftreten von Rindenläusen

30.04.2007
Einsatz von Chemie nicht erforderlich. Laut Experten der Biologischen Bundesanstalt (BBA) sind Nadelbäume nicht gefährdet. Honigtau ist wichtige Bienentracht

Die Blühperiode hat in diesem Jahr mit einem Tusch eingesetzt. Allerorten herrscht warmes und trockenes Wetter. Aufmerksame Beobachter der Natur registrieren daher das massenhafte Auftreten von Rindenläusen an verschiedenen Nadelbäumen. Wegen ihrer für Läuse stattlichen Größe von 3-5 mm halten Laien sie oft für Käfer.

Spätestens dann, wenn sie mit ihrem klebrigen Honigtau nicht nur die Stämme ihrer Wirtspflanzen, sondern auch Gartenbank, Terasse oder Auto beschmutzen, wird das Problem offensichtlich und Fragen nach Bekämpfungsmaßnahmen werden laut. Die Experten der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) geben Entwarnung, denn die befallenen Nadelbäume tolerieren den Saftentzug durch die Läuse recht gut. Das Problem sei überwiegend kosmetischer Natur.

"Bekämpfungsmaßnahmen mit Pflanzenschutzmitteln sind nicht erforderlich", betont Prof. Dr. Alfred Wulf von der BBA. Im Gegenteil: Da der von den Läusen produzierte Honigtau eine wichtige Bienentracht und Basis für Waldhonig ist, rät der Leiter des Instituts für Pflanzenschutz im Forst dringend vom Einsatz bienengefährlicher Mittel ab. "Um die Läuse zu bekämpfen und so die Honigtaubildung einzudämmen, reicht es, die Äste und den Stamm wiederholt mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen", ergänzt Dr. Martin Hommes vom BBA-Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau. Diese Vorsorgemaßnahme verhindere auch, dass sich auf den Honigtaubelägen Rußtaupilze ansiedeln. Die kalte Dusche hilft ebenfalls gegen Rindenlauskolonien, die sich an Zäune oder Hauswände verirrt haben.

Je nach Baumart treten verschiedene Rindenlausarten auf. Immer wieder kommt es auch zur Einschleppung neuer Arten. In letzter Zeit wurde vermehrt über die Colorado-Tannen-Rindenlaus berichtet. Da diese Tannenart häufig in Hausgärten gepflanzt wird, ist ihr Bewohner in den Fokus des Interesses gerückt. "Sie ist jedoch genauso wenig problematisch wie die einheimischen Arten", erklärt Forstwissenschaftler Wulf.

Zur Biologie der Rindenläuse:

Die zur Familie der Lachnidae gehörenden dunkel gefärbten Tiere halten sich um diese Jahreszeit bevorzugt an Stamm. Ästen und Zweigen ihrer Wirtpflanzen auf. Rindenläuse sind auf eine bestimmte Pflanzengattung spezialisiert. So tritt an Fichten häufig die Art Cinara pilicornis, an Kiefern Schizolachnus pineti auf. Die Läuse bilden mehrere Generationen im Jahr. Eine einzelne Laus lebt maximal vier Wochen. Die meisten Lachniden legen im Herbst Eier an den Trieben oder Nadeln ab. Der Schlupf erfolgt dann vor Austrieb der Nadelgehölze. Bei hohen Temperaturen wandern die teils geflügelten, teils ungeflügelten Jungläuse am Stamm entlang. Bei feuchtkühler Witterung verharren sie im oberen Kronenbereich.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Alfred Wulf und Dr. Martin Hommes
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel.: 0531 / 299-4600 oder 4404
E-Mail: a.wulf(at)bba.de oder m.hommes(at)bba.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.bund.de/cln_045/nn_806762/DE/pressestelle/Presseinfos/2007/04-30__rindenlaeuse.html

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