Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Zuckerwatte" als Alternative zu Insektiziden

26.02.2002


Schutzpolymer aus Ethylenvinylacetat umspannt Pflanzen




Entomologen der Cornell University haben eine aufsprühbare Schutzbarriere gegen Pflanzenschädlinge entwickelt. Das Polymer besteht aus Ethylenvinylacetat (EVA) und soll Schädlinge wie Maden und Würmer bekämpfen bzw. präventiv vor der Vernichtung der Ernte schützen. Die Forscher selbst bezeichnen ihre Entwicklung als "Zuckerwatte", da die Substanz nach dem Aufsprühen ein weißes Netz über die Pflanze spannt. Derzeit ist das Schutzmittel allerdings noch zu teuer und für eine großflächige Anwendung in der Landwirtschaft nicht praktikabel. Die Hoffnung der Forscher liegt in einem industriell gefertigten Polymer, das herkömmliche Pestizide ersetzt.

... mehr zu:
»Eier »Maden »Polymer »Schädlinge »Zwiebeln


"Das Polymer besitzt die Fähigkeit, Maden, die Zwiebeln und Kraut befallen, zu bekämpfen", erklärte der Entomologe Michael P. Hoffmann. Führt man in diesem Fall keine Schädlingsbekämpfung durch, werden laut Hoffmann rund 90 Prozent der Krauternte vernichtet und ca. 40 Prozent nicht behandelter Zwiebeln zerstört. Derzeit werden zur Bekämpfung Insektizide eingesetzt. Langfristig ist dies allerdings problematisch, da Schädlinge Resistenzen bilden.

In Versuchen stellten die Insektenforscher fest, dass EVA-Fasern an der Basis der Zwiebelpflanzen die Zahl der Eier, die weibliche Zwiebelmaden legten, deutlich reduzierten. Während auf EVA-behandelte Pflanzen rund 1,4 Eier kamen, lag die Zahl bei unbehandelten Pflanzen bei 10,4 Eiern. Im Experiment mit Brokkoli-Pflanzen (Bild) schien das Polymer die Entfaltung der Blätter um eine bis zwei Wochen zu verzögern, dann brachen die Blätter durch die EVA-Barriere. Das Faservlies behinderte folglich nicht das Wachstum, so Hoffmann.

"Eines Tages soll die Technologie so weit fortgeschritten sein, dass sich das Schutzmaterial mit der Zeit abbaut und nur so lange wie nötig intakt bleibt". Dafür sind aber noch weitere Forschungen und Fördergelder notwendig. Die Entwicklung der "Zuckerwatte" wurde vom US-Landwirtschaftsministerium, der Environment Protection Agency (EPA) und einem Fonds der Cornell Uni finanziell unterstützt.

Sandra Standhartinger | pte
Weitere Informationen:
http://www.cornell.edu

Weitere Berichte zu: Eier Maden Polymer Schädlinge Zwiebeln

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit