Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greenpeace veröffentlicht Deutschlandkarte zu Gen-Mais-Feldern

08.02.2007
Anbau von Gen-Pflanzen bleibt in der deutschen Landwirtschaft die Ausnahme

Ab sofort können interessierte Bürger auf der Internetseite von Greenpeace auf einer Deutschlandkarte mit einem Blick erkennen, ob in ihrer Region gentechnisch veränderter Mais angebaut wird.

Als Grundlage dienen die im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Daten. Bis heute wurde beim BVL für das Jahr 2007 ein Fläche von 3671 Hektar angemeldet. Der größte Teil der Anbaufläche liegt in den neuen Bundesländern, allein in Brandenburg wurden 2083 Hektar angemeldet. Im vergangenen Jahr wuchsen in Deutschland auf etwa 1,7 Millionen Hektar Mais, der Anteil von genmanipuliertem Mais machte damals nur rund 1.000 Hektar (0.06 Prozent) der gesamten Mais-Anbaufläche aus.

"Der Anbau von Gen-Mais wird wie in den Vorjahren auch diesmal die Ausnahme sein. Die Landwirte in Deutschland setzen mehrheitlich auf eine Landwirtschaft ohne Gen-Pflanzen", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Der Gen-Mais wird überwiegend von einigen wenigen landwirtschaftlichen Großbetrieben und im Sortenversuch von staatlichen Einrichtungen oder von der Gentechnikindustrie angebaut. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass auf allen jetzt registrierten Flächen der Gen-Mais wirklich angebaut wird. Im vergangenen Jahr wurde nur auf rund der Hälfte der ursprünglich angemeldeten Fläche genmanipulierter Mais ausgesät. Die Felder, auf denen Gen-Mais angebaut werden soll, müssen bis drei Monate vor der Aussaat gemeldet werden.

... mehr zu:
»Anbau »Gen-Mais »Mais

Bei dem in Deutschland verwendeten Gen-Mais handelt es sich um den so genannten Bt-Mais (MON810) des US-Agrarkonzerns Monsanto. Dieser ist so manipuliert, dass er ein eigenes Gift produziert, das gegen Schädlinge wie zum Beispiel den Maiszünsler tödlich wirken soll. Das Bt-Gift kann jedoch auch negative Auswirkungen auf Nützlinge wie geschützte Schmetterlingsarten, Honigbienen, Regenwürmer und sogar auf natürliche Feinde des Maiszünslers, wie die Florfliege haben. Je umfassender sich die Forschung mit den Umweltauswirkungen des Bt-Maises beschäftigt, desto mehr Risiken werden bekannt. Zudem genügt die Risikoprüfung, nach der der Gen-Mais eine Zulassung in der EU erlangte, nicht mehr den heutigen Anforderungen. Für den genmanipulierten Mais muss daher dieses Jahr ein Wiederzulassungsverfahren beantragt werden.

"Einige europäische Länder wie Ungarn, Polen, Griechenland, Österreich und die Schweiz haben den Anbau des Gen-Maises aufgrund der möglichen ökologischen Risiken verboten. Es wird Zeit, dass auch Landwirtschaftsminister Horst Seehofer aktiv wird", sagt Brendel. Statt auf Maßnahmen der Bundesregierung zu warten, handeln inzwischen viele Menschen. In Deutschland sind 76 gentechnikfreie Regionen entstanden. Auch Proteste zeigen Wirkung: Monsanto zog vergangene Woche seine Pläne für einen Versuchsacker in Nordhessen zurück. In der Region hatte sich ein Bündnis aus Bürgern, Politik und Kirche gegen den Anbau der Gen-Pflanzen eingesetzt.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Brendel, Tel. 040-306 18 255 oder 0171-8780 844, oder an Pressesprecherin Simone Miller, Tel. 0171-870 6647. Die Anbaukarte von Greenpeace finden finden Sie im Internet unter www.greenpeace.de/gen-mais-karte.

Ulrike Brendel | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/gen-mais-karte

Weitere Berichte zu: Anbau Gen-Mais Mais

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise