Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stärkere Konzentration der Förderung auf Problemgebiete empfohlen

26.01.2007
FAL stellt Studie zur aktualisierten Zwischenbewertung der Ausgleichszulage in benachteiligten Gebieten 2002 bis 2004 vor

Die aktualisierte Zwischenbewertung der "Ausgleichszulage in benachteiligten Gebieten" liefert neben Einschätzungen über die Wirkung der Förderung auf das landwirtschaftliche Einkommen und den Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft die Empfehlung, bei knapper werdenden Finanzmitteln stärker regional konzentriert zu fördern. Kritisiert wird von den FAL-Wissenschaftlern vor allem die Zielüberfrachtung der Fördermaßnahme.

Mit der "Ausgleichszulage in benachteiligten Gebieten" sollen die aufgrund natürlicher Nachteile bestehenden Einkommensverluste bei Landwirten in Form geringerer Erträge und höherer Kosten über eine flächenbezogene jährliche Direktzahlung von mindestens 25 und höchstens 200 €/ha kompensiert werden. Entsprechend der Förderlogik soll der Einkommensausgleich dem Fortbestand der landwirtschaftlichen Bodennutzung in benachteiligten Gebieten und damit dem Erhalt der lebensfähigen Gesellschaftsstruktur im ländlichen Raum, dem Schutz der Umwelt sowie der Förderung nachhaltiger Bewirtschaftungsformen dienen.

Einige Bundesländer haben darüber hinaus regionalspezifische Ziele wie z.B. den Erhalt touristischer Attraktivität der Kulturlandschaft an die Förderung geknüpft. Angesichts dieser Multifunktionalität der Maßnahme scheint es kaum verwunderlich, dass die Ausgleichszulage an einer Zielüberfrachtung leidet. Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass eine sinnvolle Evaluation nur möglich ist, wenn zukünftig durch die Bundesländer eine Quantifizierung der Ziele, zumindest auf unterer Zielebene, vorgenommen wird.

... mehr zu:
»Problemgebiete

Die im Institut für Ländliche Räume der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig erarbeitete Studie zeigt, dass sich die Kompensationswirkung der Ausgleichszulage im Betrachtungszeitraum tendenziell verschlechtert hat und die Einkommensunterschiede in der Regel nicht ganz ausgeglichen werden konnten. Die Fälle von Überkompensation, also der Umstand, dass mit Ausgleichszulage geförderte Betriebe im benachteiligten Gebiet einen höheren Gewinn ausweisen als jene im nicht benachteiligten Gebiet, haben im betrachteten Zeitraum abgenommen. Welchen Nettoeffekt die Ausgleichszulage für die Offenhaltung der Landschaft hat, lässt sich aber aufgrund anderer landwirtschaftlicher und außerlandwirtschaftlicher Faktoren nicht differenziert ermitteln. Lediglich zu vermuten ist, dass ohne diese Förderung der Rückgang der landwirtschaftlichen Fläche in den benachteiligten Gebieten stärker ausfallen würde und der Maßnahme daher eine strukturkonservierende Wirkung zugeschrieben werden kann.

Zukünftig dürften sich die finanziellen Rahmenbedingungen für eine Förderung eher weiter verschlechtern. Den von einigen Bundesländern eingeschlagenen Weg einer generellen Reduzierung der Prämienhöhe nach der "Rasenmähermethode" halten die FAL-Wissenschaftler nicht für sinnvoll. Besser sollte zukunftsweisend überlegt werden, die Förderung regional auf tatsächliche Problemgebiete zu konzentrieren.

Der vollständige Bericht ist auf der Homepage des Instituts für Ländliche Räume der FAL (www.lr.fal.de) unter dem Link "Publikationen" veröffentlicht.

Kontaktadresse: Dr. Reiner Plankl, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Ländliche Räume, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Tel: 0531 596 5235, E-Mail: reiner.plankl@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

Weitere Berichte zu: Problemgebiete

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Biologische Vielfalt von grünlanddominierten Kulturlandschaften unter der Lupe
20.04.2018 | Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

nachricht Nitrat-Problem der Landwirtschaft in Luft auflösen
29.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics