Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Beratung geht es nicht

24.01.2007
Abschlusstagung "Verbundprojekt Nützlinge"

Der Einsatz von Nützlingen in Gartenbaubetrieben kostet in der Regel nicht mehr als chemischer Pflanzenschutz. Von Fall zu Fall kann er sogar günstiger sein.

Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler mehrerer Teilprojekte des Verbundprojekts "Nützlinge", dessen Abschlussveranstaltung Anfang Januar in Bonn stattgefunden hat. Das Verbundprojekt lief in zwei Abschnitten über insgesamt acht Jahre. Beteiligt waren zuletzt sechs Wissenschafts- und Beratungsinstitutionen, die in 26 Praxisbetrieben den Einsatz von Nützlingen erprobten und spezielle Forschungsfragen - teilweise betriebsübergreifend oder im Einzelfall auch im Labor - bearbeiteten. Vom Züchter von Weihnachtssternen bis zum Gartencenter, vom Anbauer von Topfkräutern bis zum Sommerblumenanbieter: Alle, die einen Teil der Wertschöpfungskette im Zierpflanzenbau darstellen, waren beteiligt oder wurden regelmäßig informiert und einbezogen - so auch die Züchter von Nützlingen.

Der Preis sei allerdings oft nicht der entscheidende Grund, Nützlinge nicht einzusetzen, meint Dr. Ellen Richter von der Biologischen Bundesanstalt (BBA). Probleme mache vor allem der extrem hohe Anspruch der Käufer an die Pflanzenqualität bei Zierpflanzen und auf der anderen Seite die planerische Herausforderung, bei wechselnder Gewächshausbelegung und sich ändernden klimatischen Bedingungen stets die richtigen Nützlinge in der richtigen zeitlichen Frequenz und Menge auszubringen. Zumal es einen Königsweg für den Einsatz von Nützlingen nicht gebe. Darin waren sich die vortragenden Wissenschaftler, Berater und Praktiker einig. So wurden auf der Tagung statt einem Patentrezept zahlreiche "Rezepte" vorgestellt, die anwendbar sind, aber an jeden Betrieb individuell angepasst werden müssen. So war das Votum der anwesenden Praktiker einstimmig: Ohne Beratung geht es im Moment noch nicht.

Die Wissenschaftler und Berater konnten in Zusammenarbeit mit den Praxisbetrieben eindrücklich zeigen, dass der Einsatz von Nützlingen sinnvoll ist, wenn er mit der nötigen Aufmerksamkeit und dem erforderlichen Wissen betrieben wird. Allerdings wurde auch dargestellt, dass die Betriebe, wenn sie Nützlinge einsetzen wollen, den ergänzenden chemischen Pflanzenschutz an diese Strategie anpassen müssen. Wenn die Kombination gut eingespielt ist, kann sie angesichts einer immer größer werdenden Palette an Schädlingen und deren zunehmenden Resistenzen gegen vorhandene Pflanzenschutzmittel unter Umständen sogar der einzige Weg sein, Zierpflanzen wirksam vor Schäden zu schützen. Für Gartencenter und andere Endverkaufsbetriebe gewinnt der Nützlingseinsatz auch aus einem anderen Grund an Bedeutung: Durch die immer länger werdenden Öffnungszeiten fehlen zunehmend die Zeitphasen, die nach der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel als Wartezeiten vorgeschrieben sind, bevor die behandelten Räume wieder betreten werden dürfen.

Das Verbundprojekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert, von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut und von der Biologischen Bundesanstalt (BBA) koordiniert und fachlich begleitet.

Weitere Informationen:
www.bba.de in der Rubrik Pflanzen schützen, dann weiter unter "Biologisch und Alternativ" und "Verbundvorhaben Nützlinge"

Iris Lehmann | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.bba.de
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Gartenbaubetrieben Nützling Verbundprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Klimawandel – die Tanne sticht Fichte und Buche aus
10.08.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik