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"Vom Landwirt zum Energiewirt"

13.02.2002


Energie vom Acker! - heißt das Ziel, dem die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Konrad Scheffer wieder ein Stück näher gekommen ist. Finanziert von der Dr. Volker Raimann-Dübber-Stiftung kann jetzt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bei Göttingen eine Biogasanlage errichtet werden. Im Frühjahr 2002 wird mit dem Bau begonnen, mit der ein neues Energie-Konzept in der landwirtschaftlichen Praxis erprobt werden soll: Ein wirklich gangbarer Weg für LandwirtInnen, Energie (Strom und Wärme) aus landwirtschaftlich angebauter Biomasse zu erzeugen und durch zusätzliches Einkommen die Existenz bäuerlicher Betriebe zu sichern.

Der Grundgedanke ist ein seit den 80ern an der Universität Gesamthochschule Kassel Witzenhausen entwickeltes und in zahlreichen Labor- und Feldversuchen getestetes Verfahren zur Erzeugung und Verwertung landwirtschaftlicher Biomassen.
Das Anbau- und Verwertungssystem für Energiepflanzen - die Zweitkulturnutzung - beruht auf der Ernte unreifer Biomasse (ca. 3-4 Wochen vor der physiologischen Reife), der Konservierung als Silage und der Gewinnung von Biogas durch Fermentation.

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»Anbau »Biomasse »Erzeugung »Wärme

Die ökonomischen Vorteile beim Anbau sind die Nutzung eines breiten Arten- und Genspektrums - nahezu jede Ackerkultur kann in diesem System genutzt werden -, der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz, Duldung von Begleitflora sowie Minimierung von Bodenerosion und Nährstoffeintrag in das Grundwasser.

Dieses System vom Anbau der Biomasse bis zum Verkauf von Strom und Wärme soll nun erstmals in der Praxis angewendet werden. In Obernjesa bei Göttingen auf dem Betrieb von Hans Körber-Harriehausen wird in einer ersten Bauphase eine Biogasanlage errichtet. Zwei Jahre später soll diese durch eine Vergasungsanlage zur Erzeugung von Wasserstoff ergänzt werden. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Als Wärmeabnehmer sind die umliegenden Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude vorgesehen.
Auf dem Betrieb wurde bereits ein ausgesprochen reizvolles Fachwerkgebäude saniert. Hierin soll nicht nur das Bio-Heizkraftwerk stationiert werden, sondern auch ein großer Tagungsraum eingerichtet werden, in dem alle Bevölkerungsgruppen, einschließlich Kinder einen Einblick in diese neue Form der Energiegewinnung erhalten können.
Dieses Pilot-Projekt wird von der Dr.-Volker-Raimann-Dübber-Stiftung in Mannheim finanziert. Diese Stiftung hat sich die Aufgabe gestellt, innovative Energie-Konzepte zu fördern und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kontakt und Information:


Universität Gesamthochschule Kassel Witzenhausen
Prof. Dr. Konrad Scheffer
Steinstr. 19
37213 Witzenhausen
Tel.: (05542) 98-1545

Ingrid Hildebrand | idw

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