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Internationales Benchmarking für die Agrarwirtschaft

12.01.2007
agri benchmark als Gemeinschaftsprojekt von DLG und FAL vorgestellt

Die DLG e.V. (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) und die Bundesforschungsanstalt für Land­wirtschaft (FAL) haben mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags die Vorausset­zungen für den beschleunigten Ausbau von Benchmarking-Analysen im Agrarbereich geschaf­fen. Ein wesent­liches Ziel der international vergleichenden Analysen ist es, die Globalisierung im Agrarbereich bes­ser als bisher zu verstehen.

"Solche Analysen werden für strategische Entscheidungen in der Wirt­schaft und in der Politik immer wichtiger", erklärte DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer bei der DLG-Wintertagung in München. Er verwies darauf, dass sich die Rahmenbedingungen für die Land­wirtschaft derzeit nicht nur durch die Globalisierung, sondern auch durch technologische Entwick­lungen und die zusätzliche Nachfrage nach Bioenergie rasant verändern. Die Frage, welche Produkte und welche Produktionssysteme sich künftig wo durchsetzen werden, sei deshalb schwieriger zu beantworten als je zuvor. Entscheidungs­träger seien auf ein leistungsfähiges Navigationssystem angewiesen, das agri benchmark Projekt solle zum Herzstück eines solchen Systems werden.

Die wissenschaftliche Bearbeitung des Projekts erfolgt durch die FAL in Braunschweig. Dort führt das Institut für Betriebswirtschaft bereits seit 1990 international vergleichende Analysen landwirt­schaftlicher Produktionssysteme und Produktionskosten durch, bisher unter dem Titel IFCN. Derzeit werden die Betriebszweige Ackerbau, Rindfleisch und Milch in insgesamt 23 Na­tionen analysiert.

Bei der DLG wird das Projekt agri benchmark durch das Fachzentrum Land- und Ernäh­rungswirt­schaft organisiert. Nach Aussage des Geschäftsführers Dr. Claus M. Brodersen er­gänzt es hervorra­gend die bestehenden Projekte (z.B. Spitzenbetriebe) sowie die internatio­nalen Clubs von Milch- und Schweineerzeugern. DLG und FAL werden damit gemeinsam einen weiteren großen Schritt beim Wissenstransfer in die praktische Landwirtschaft machen.

Nach Einschätzung des FAL-Institutsleiters Prof. Dr. Folkhard Isermeyer liegt die größte Her­ausfor­derung für die nächsten Jahre darin, das globale Experten-Netzwerk auch auf den Be­reich Bioener­gie auszudehnen. "Wir wissen, dass die Bioenergie weltweit stark wachsen wird, aber wir wissen noch sehr wenig darüber, welche Bioenergieproduktion an welchen Standort passt und wie das jeweils optimale Verhältnis zwischen Bioenergie- und Nahrungsmittelerzeu­gung ausfallen wird." Je besser es gelänge, Investitionsentscheidungen durch international vergleichende Analysen abzu­stützen, desto geringer sei das Risiko von Fehlinvestitionen bzw. politischer Fehlsteuerung, erklärte Isermeyer bei der Vorstellung des agri benchmark Pro­jekts in München.

Durch den Kooperationsvertrag wird das Fundament für die Experten-Netzwerke gestärkt, indem DLG und FAL fachlich zusammenarbeiten und ihre weltweiten Kontakte zu Wissenschaft und Agri­business für das gemeinsame Ziel mobilisieren. Beide Seiten streben an, zusätzliche Partner für das Projekt zu gewinnen und dadurch die Bedingungen für einen beschleunigten Ausbau des agri benchmark weiter zu verbessern. Nähere Informationen sind der neuen Homepage www.agribenchmark.org zu entnehmen.

Kontakt: Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Betriebswirtschaft, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: folkhard.isermeyer@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.agribenchmark.org

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