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Kraut- und Knollenfäule bei Öko-Kartoffeln - Ansätze zur Reduzierung des Kupferaufwands

06.12.2006
Die Kraut- und Knollenfäule ist eine der bedeutendsten Pilzkrankheiten der Kartoffel. Im Ökologischen Landbau werden zu ihrer Bekämpfung Kupferpräparate eingesetzt.

Ihre Anwendung ist allerdings aufgrund möglicher Kupferanreicherungen im Boden umstritten. Mehrere Forschergruppen befassen sich daher intensiv mit Strategien zur Verminderung des Kupfereinsatzes. In Göttingen wurden während der 55. Deutschen Pflanzenschutztagung erste Ergebnisse vorgestellt.

Ob die Kraut- und Knollenfäule überhaupt der wichtigste ertragsbegrenzende Faktor im ökologischen Kartoffelanbau ist, untersuchte Professor Maria Finckh von der Universität Kassel mit ihrer Arbeitsgruppe. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Ertragsrückgänge nur mit einem Anteil von 40 Prozent durch die Krankheit verursacht werden. Bedeutender seien der Stickstoffgehalt des Bodens und der Temperaturverlauf während des Wachstums. Mit ihnen ließen sich rund 60 Prozent der Ertragsunterschiede erklären.

Dr. Christian Bruns, ebenfalls Universität Kassel, bestätigte diese Angaben. Unterschiedliche Bodenstickstoffgehalte nach verschiedenen Vorfrüchten der Kartoffel verminderten den Befall mit Kraut- und Knollenfäule um 7 bis 20 Prozent, wenn jeweils eine Gesamtkupfermenge von 1,5 kg/ha gegeben wurde. Die Erträge stiegen allerdings nur um maximal 10 Prozent. Ähnliche Ergebnisse erbrachten Versuche mit gezielter organischer Düngung der Kartoffelreihen.

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Die organische Düngung wirkte auch in Versuchen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ertragssteigernd. Entscheidender für den Ertrag, so Andreas Paffrath, war aber die Vorkeimung der Kartoffeln. Zusätzliche Kupferbehandlungen brachten keine statistisch gesicherten Mehrerträge.

Von positiven Erfahrungen durch die Pflanzgutbehandlung der Kartoffeln mit Kupfer berichtete Dr. Marianne Benker von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Der Primär- und dadurch auch der Sekundärbefall mit Kraut- und Knollenfäule konnten entscheidend vermindert werden. Allerdings waren nicht alle Kupferpräparate für die Beizung geeignet, da sie Ertragsverluste verursachten. Im gleichen Projekt wird das Prognosesystem ÖKO-SIMPHYT für den Ökologischen Landbau entwickelt. Die Befallsvorhersage soll einen gezielteren Einsatz von Kupfer ermöglichen und so den Mittelaufwand verringern.

Dr. Eckhard Lorenz | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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