Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiepflanzenanbau und ökologische Folgen

06.12.2006
Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft

Der Anbau von Energiepflanzen ist derzeit in Deutschland ein viel diskutiertes Thema. Erhofft werden eine deutliche Reduzierung von CO2-Emissionen und eine Minderung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Erwartet werden neue Einkommensquellen für die Landwirtschaft und eine Stärkung des ländlichen Raums. Der Energiepflanzenanbau hat aber auch weit reichende Folgen für derzeit existierende pflanzenbauliche Anbausysteme und damit auf die Agrarlandschaft.

Johannes Hufnagel vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF) stellte während der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) in Göttingen ein Projekt vor, das sich mit den ökologischen Folgewirkungen des Energiepflanzenanbaus beschäftigt. Er konstatierte, dass abiotische Folgewirkungen wie Wassererosion, Nährstoffauswaschung, Pflanzenschutzmittelaustrag, Veränderung des Wasserhaushaltes sowie Bodenverdichtung relativ gut erforscht seien.

Bei Einhaltung der guten fachlichen Praxis, die für den Anbau von Energiepflanzen modifiziert werden müsse, seien gravierende negative Auswirkungen auf Schlagebene nicht zu erwarten. Ein Augenmerk sei allerdings auf die Entwicklung des Humushaushaltes in Böden zu richten.

Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen sei es jedoch schwierig, biotische Folgewirkungen zu quantifizieren. Ferner sei bislang wenig bekannt über die Auswirkungen des Energiepflanzenanbaus auf Flora und Fauna.

Aus den bisherigen Forschungsergebnissen leitete Hufnagel erste Hypothesen ab: So habe jede Fruchtart eine organismenspezifische Lebensraumqualität, die durch Anbaumaßnahmen und Standort variiert werde. Biotische Vielfalt in der Agrarlandschaft korreliere mit der Vielfalt an Fruchtarten und Anbausystemen. Die biotischen Folgewirkungen seien umso negativer, je uniformer die Anbauverfahren und -systeme sind.

Hufnagel ist zuversichtlich, dass sich negative biotische Folgewirkungen gering halten lassen, wenn eine breite Palette an (Energie-)Früchten eingesetzt und der zur Verfügung stehende Gestaltungsspielraum bei den Managementmaßnahmen genutzt wird. Das lasse sich u. a. durch den Anbau von neuen und in Vergessenheit geratenen Fruchtarten erreichen sowie durch Sorten- und Artenmischungen, mehrjähriges Ackerfutter, ganzjährige Bodenbedeckung und blühende Haupt- und Zwischenfrüchte.

Das vorgestellte Forschungsvorhaben ist Teil des Verbundprojektes "Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands". Es wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Dr. Ute Zöllner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.tll.de/vbp
http://www.aid.de/landwirtschaft/erneuerbare_energien.php
http://bioenergie-forum.aid.de

Weitere Berichte zu: Anbau Energiepflanze Energiepflanzenanbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise