Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meilensteine für die Futtermittelsicherheit

10.11.2006
Die Futtermittel sind nicht nur der größte Kostenfaktor bei der Erzeugung von Milch, Fleisch und Eiern. Die Futtermittel stellen auch die Basis für den Transfer verschiedener gewünschter / wertbestimmender Stoffe, wie z.B. Aminosäuren, Fettsäuren, Mengen- und Spurenelemente und Vitamine, aber auch von unerwünschten Stoffen, wie z.B. sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, Umweltkontaminanten, in die Lebensmittel dar.

Diese prinzipiellen Zusammenhänge wurden schon vor über 100 Jahren erkannt. So hat beispielsweise der Landeskulturrat des Königreiches Sachsen bereits 1889 um die Prüfung der Frage einer gesetzlichen Regelung zur Kontrolle des Handels mit Futtermitteln gebeten. Wichtige Meilensteine in der Umsetzung waren dann im Jahre 1920 eine Verordnung über Mischfutter und 1926 ein Futtermittelgesetz.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Gedanke des Verbraucherschutzes spezifiziert, wobei der Mensch als Konsument von tierischen Lebensmitteln immer stärker in den Mittelpunkt der Sicherheitsbetrachtungen trat. Im Futtermittelgesetz von 1975 heißt es zur Zweckbestimmung unter anderem, dass die tierische Erzeugung so zu fördern ist, dass die von Nutztieren gewonnenen Erzeugnisse den an sie gestellten qualitativen Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf ihre Unbedenklichkeit für die menschliche Gesundheit, entsprechen. Außerdem ist sicherzustellen, dass durch Futtermittel die Gesundheit von Tieren nicht beeinträchtigt wird.

In den Folgejahren wurden viele futtermittelrechtliche Vorschriften durch die Harmonisierung in der EU weiterentwickelt. Insbesondere die seit diesem Jahr anzuwendende Futtermittelhygieneverordnung stellt weit reichende Anforderungen an den gesamten Sektor. Schwerpunkt dabei ist es, die Futtermittelsicherheit als einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit weiter zu gewährleisten.

Futtermittelsicherheit bedeutet auch Vermeidung des Übergangs unerwünschter Stoffe in die Lebensmittel tierischer Herkunft u.a. durch Erkennen und Verschließen von Kontaminationsquellen und Entwicklung zielgerichteter Minimierungsstrategien.

Durch Maßnahmen der Wirtschaft, wie z.B. Weiterentwicklung der Eigenkontrollsysteme und der Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit durch alle Stufen der Lebensmittelkette sollen künftig so genannte Lebensmittelskandale verhindert werden. Ein Beispiel für die Umsetzung in die Praxis ist die im Jahre 2000 in Deutschland etablierte "Positivliste der Futtermittel", die im Rahmen des Qualitäts- und Sicherheitssystems Anwendung findet.

Mit diesen und weiteren Schwerpunkten beschäftigt sich das Symposium "Meilensteine für die Futtermittelsicherheit", wobei sich renommierte Fachleute aus dem In- und Ausland im Rahmen folgender Themenkomplexe äußern werden: Rechtliche Rahmenbedingungen, Beiträge der Forschung, Aspekte der Praxis, Futtermittelüberwachung.

Die Beiträge sollen in einem Sonderheft der Landbauforschung der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Kontakt: Prof. Dr. Gerhard Flachowsky, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Tierernährung, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Tel. 0531 5963101, Fax: 0531 5963299, E-Mail: gerhard.flachowsky@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

Weitere Berichte zu: Erzeugung Futtermittel Futtermittelsicherheit Meilensteine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie