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Pflanzenschutz: Gezielt Schnaken bekämpfen

27.09.2006
Eine genaue Quantifizierung und Charakterisierung der verschiedenen Proteine des Bacillus thuringiensis (Bti) ist die Basis für die Produktentwicklung eines wirksamen Mittels gegen die Wiesenschnake (Tipula paludosa).

Die Wiesenschnake ist der wichtigste Schädling auf Grünland und Sportrasen, sie verursacht große Schäden durch Wurzelfraß. Bti wird weltweit zur Kontrolle von Stechmücken eingesetzt. Aber nur mit sehr hohen Aufwandmengen konnten Bekämpfungserfolge bei Wiesenschnaken erzielt werden.

Wie eine Doktorarbeit am Institut für Agrarökonomie der Christian Albrecht Universität zu Kiel zeigte, wirken die einzelnen Bti-Proteine bei Stechmücken und bei Wiesenschnaken unterschiedlich. Es gibt sowohl Unterschiede bei der Wirkung einzelner Proteine als auch bei dem kombinierten Einsatz von Proteinen.

Vier verschiedene Kristallproteine binden an spezifische Rezeptormoleküle in der Darmwand und führen letztlich zum Tod der Insektenlarven. Die Identifizierung und Quantifizierung der spezifischen Bti-Toxine kann nun genutzt werden, um Bti-Produkte gezielt zu optimieren und ihre Wirksamkeit gegen Wiesenschnaken zu erhöhen.

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Zusätzlich wurden im Rahmen der Doktorarbeit Versuche zur biologischen Kontrolle mit einem Fadenwurm (Steinerma carpocapsae) gemacht, der Insekten befällt. Mit einem Wirkungsgrad von 70 bis 82 Prozent wurden mit diesem natürlichen Gegenspieler der Wiesenschnake gute Ergebnisse erzielt. Niedrige Temperaturen im Herbst schränken die Anwendung dieser Fadenwurmart stark ein, so dass eine zusätzliche Anwendung von Bti sinnvoll ist.

Dr. Marion Morgner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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