Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BSE, Antibiotika .... Gen-Soja / Futtermittelindustrie hat nichts dazu gelernt

18.01.2002


Greenpeace: Tierfutter auf "Grüner Woche" enthält Gentech-Soja

Futtermittelskandal auf der "Grünen Woche": Die Analysen zweier unabhängiger Institute im Auftrag von Greenpeace haben erwiesen, dass sowohl Kälberfutter als auch das offiziell vom Veranstalter zugeteilte Kraftfutter für die ausgestellten Tiere erhebliche Mengen von genmanipulierter Soja aufweisen. Die Futterbehälter waren nicht gekennzeichnet. Die Tierhalter wurden nicht über die genmanipulierten Bestandteile im Futter informiert. Die Messeleitung hat damit genau das Gegenteil von Transparenz und Verbraucherschutz gezeigt, was in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt der größten Landwirtschaftsschau der Welt ist.

Greenpeace hat deshalb heute damit begonnen, das Gen-Futter sicher zu stellen. 15 Aktivisten sammeln das Risikomaterial in Säcken mit der Aufschrift: "Vorsicht Gen-Soja" und werden es der Messeleitung übergeben. Gleichzeitig bieten die Umweltschützer Bio-Futtermittel für die Aussteller an, um ihnen Gentechnik-Freiheit zu garantieren. "Statt BSE und Antibiotika-Skandale ernst zu nehmen, wird Landwirten und Verbrauchern nach dem Motto ‚friss oder stirb’ undeklariertes Risikomaterial untergejubelt," erklärt Christoph Then, Greenpeace-Gentechnikexperte. "Die Futtermittelindustrie hat nicht begriffen, wie wichtig es vielen Landwirten und den Verbrauchern mit der Agrarwende ist."

Die Analysen zeigen, dass in den offiziellen Futtermischungen der "Grünen Woche" 16-35 Prozent der Sojaanteile genmanipuliert sind. Auf dem sogenannten "gläsernen Bauernhof" präsentiert die Centrale Marketing Gesellschaft der Agrarwirtschaft (CMA) ein Kälber-Leistungsfutter, dessen Sojaanteil sogar bis zu 80 Prozent gentechnisch verändert ist. Greenpeace verlangt von der Leitung der "Grünen Woche", das Gen-Futter auf dem gesamten Gelände sofort sicher zu stellen und andere Futtermittel bereit zu halten. Darüber hinaus muss die Verfütterung von Gen-Soja im geplanten Fleischsiegel (QS) verboten sein. Bisher gibt es für Gen-Futter in der EU keine Kennzeichnungspflicht - trotz massiver Bedenken der Verbraucher.

Die Verfütterung genmanipulierter Pflanzen ist deshalb so gefährlich, weil es unvorsehbare Folgen haben kann. Nur ein einziges ausgetauschtes Gen kann dazu führen, dass sich die Eigenschaften von Pflanzen ändern. Das kann auch Auswirkungen haben auf die Tiere, die damit gefüttert werden. Greenpeace hält deshalb eine Liste bereit, in der Fleisch-Milch- und Ei-Produkte danach unterschieden werden, ob die Tiere mit genmanipuliertem Futter gemästet wurden oder nicht. Die Liste beweist, dass es auch ohne Gentechnik geht.

Bereits am Mittwoch hatte Greenpeace auf gentechnische Verunreinigungen in kanadischem Honig aufmerksam gemacht, der auf der "Grünen Woche" verkauft wird. Auch in diesem Fall schädigt die Messeleitung die Interessen der Verbraucher: Obwohl der Verkauf dieses Honigs in Deutschland verboten ist, darf er auf der Grünen Woche bisher weiter verkauft werden.

Dr. Christoph Then | ots

Weitere Berichte zu: BSE Futtermittelindustrie Gen-Futter Gen-Soja Messeleitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik