Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Pilzen gegen Rapsglanzkäfer

20.09.2006
In der Schweiz wurden über zwei Jahre hinweg an zwanzig Standorten insgesamt 2 139 Rapsglanzkäfer nach der Überwinterung beim Einflug in die Rapsfelder gesammelt. Ziel der Untersuchungen von Agroscope Reckenholz-Tänikon war es, herauszufinden, welche Pilze den Rapsglanzkäfer befallen und ob eine mikrobiologische Bekämpfung der Käfer mit Pilzen überhaupt möglich ist.

39 (2 %) der gesammelten Käfer waren mit einem pathogenen Pilz infiziert. Zwei Pilzarten wurden nachgewiesen. Die eine Art konnte eindeutig als Beauveria bassiana bestimmt werden. Diese Pilzart ist in Waldböden sehr verbreitet und befällt beispielsweise auch Borkenkäfer. Die andere ist nach einer ersten Bestimmung vermutlich Beauveria brongniartii.

Bestätigt sich dies, wäre es eine große Überraschung, weil diese Pilzart bisher als spezifisches Pathogen von Maikäfern galt. Eine endgültige Bestimmung mit genetischen Markern steht jedoch noch aus. Anders als erwartet, konnte der Pilz Metarhizium anisopliae, der als Pathogen von Rapsglanzkäfern in der Literatur beschrieben wird, nicht nachgewiesen werden.

Positiv im Hinblick auf die Entwicklung einer Kontrollstrategie des Rapsglanzkäfers ist, dass sich Beauveria-Arten einfach und kostengünstig in großen Mengen vermehren lassen. Es gibt bereits Handelsprodukte, die Beauveria enthalten und zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Die Frage, ob eine mikrobiologische Bekämpfung mit Pilzen möglich ist, lässt sich also eindeutig mit Ja beantworten.

Der erste Schritt, um ein praxistaugliches Mittel zu entwickeln wird nun sein, spezifische Isolate des Pilzes zu selektieren, die eine hohe Wirksamkeit gegen den Rapsglanzkäfer, gute Produktionseigenschaften und eine hohe Überlebensrate im Freien haben. Ziel ist es, ein Produkt mit einem Pilzisolat zu entwickeln, das den Schädling rasch tötet, aber danach auf der Pflanze längere Zeit überlebt, um auch später ankommende Käfer infizieren zu können.

Über die Untersuchungen berichtete die Zeitschrift "Agrarforschung".

Dr. Marion Morgner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Bestimmung Pathogen Pilzart Rapsglanzkäfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften