Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Kuhkomfort verringert Klauenprobleme - EU-Projekt "Lamecow" setzt auf Vorbeugung

02.08.2006
Klauenprobleme in der Nutztierhaltung führen europaweit zu finanziellen Verlusten von schätzungsweise 1 Milliarde Euro im Jahr.

Jedes Klauengeschwür koste etwa 300 Euro, so Dr. Christoph Mülling vom Institut für Veterinär-Anatomie der Freien Universität Berlin. 2002 waren etwa 23 Prozent der 21,5 Millionen europäischen Kühe von Lahmheit betroffen. Anlass für die EU, das interdisziplinäre Projekt "Lamecow" mit 3 Millionen Euro zu fördern, mit dem Ziel, das Ausmaß der Krankheit einzudämmen. Die FU Berlin, die an diesem Projekt beteiligt ist, betont dabei die Wichtigkeit der Vorbeugung.

Die Haltung auf harten Böden wie Asphalt oder Beton erleichtere zwar die Arbeit, schädige aber die Klauen. Im Rahmen des Lamecow-Projektes wurden "best-practice"-Richtlinien erarbeitet, die Tierhaltern, Tierärzten und Pflegern empfohlen werden. Dabei geht es vor allem um die Verbesserung des Kuhkomforts: zum Beispiel Laufgänge mit elastischen Matten auslegen, regelmäßig entmisten, Staunässe vermeiden, Boxen komfortabel mit Stroh auslegen.

Daneben spielt die Klauenpflege eine wichtige Rolle, um Geschwüre zu vermeiden und rechtzeitig zu erkennen. Neben Haltungspraxis und Krankheitsvorbeugung ist die Grundlagenforschung gefragt. Die FU Berlin untersuchte anhand von Modellen und Simulationsversuchen, wie es überhaupt zu Klauenproblemen kommt. Den meisten Klauenproblemen liegt die so genannte Klauenrehe zugrunde.

Sie ist oft eine Folge von Stoffwechselstörungen. Das Institut für Veterinär-Anatomie erforscht daher die Abläufe im Klauengewebe. Außerdem wird untersucht, welche Rolle bioaktive Moleküle spielen, die als Botenstoffe Entzündungen auslösen können. So führten die Berliner Forscher in einem isolierten Gliedmaßenmodell erfolgreiche Simulationsversuche mit den krankheitsauslösenden Faktoren Sauerstoffmangel und Durchblutungsstörungen durch.

Alle Versuchsergebnisse sollen Tierhaltern, Tierärzten sowie der in Lehre und Forschung Tätigen zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Institut.

Renate Kessen | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.abdn.ac.uk/lamecow/index.html

Weitere Berichte zu: Klauenprobleme Kuhkomfort Tierärzten Vorbeugung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Klimawandel – die Tanne sticht Fichte und Buche aus
10.08.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen