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Eine Begegnung der anderen Art - FAL-Wissenschaftler prüfen Präparate und Methoden biologisch-dynamischer Landwirtschaft

01.08.2006
In David Humes 1748 erschienenen Essay "On miracles" wollte die Inderin Dhara nicht glauben, dass flüssiges Wasser zu Eis erstarren kann, ganz einfach deshalb nicht, weil sie es noch nie selbst erlebt hatte.

Wie Dhara mag es vielen Wissenschaftler/innen gehen, die mit Versuchen und Ergebnissen des biologisch-dynamischen Landbaus konfrontiert werden. Alle diese Methoden haben ihren Ursprung im "Landwirtschaftlichen Kurs" den der Philosoph Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz bei Breslau abhielt. Während biologisch-dynamisch wirtschaftende Landwirte hierin eine Grundlage für besseres Wachstum und hohe Pflanzenqualität sehen, werden die dort postulierten Methoden von der traditionellen Lehrmeinung in Grundlagen und Ergebnissen in Zweifel gezogen.

Am Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde und am Institut für ökologischen Landbau der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit mehr als 10 Jahren im Dialog mit Kolleginnen und Kollegen aus dem biologisch-dynamischen Landbau, Effekte spezifischer Mittel und Maßnahmen zu verifizieren und zu quantifizieren. Grundlage der Zusammenarbeit ist dabei die Vereinbarung exakter Versuchsprotokolle und die gemeinsame Durchführung der Versuche.

Ein Beispiel aus einer Reihe veröffentlichter Ergebnisse (vgl. www.pb.fal.de und www.oel.fal.de und Jahresberichte der FAL auf www.fal.de) ist die Anwendung von Präparaten zur Begrenzung der Uranaufnahme von Pflanzen, wie er von der "Altmeisterin" des biologisch-dynamischen Landbaus, Maria Thun (Foto), beansprucht wird. In einem kontrollierten Versuch zeigte sich, dass der Urangehalt in Gras von mit Fladenpräparat (eine um Zusätze von Kuhmist, Basaltsand, Eierschalen ergänzte Zubereitung klassischer biologisch-dynamischer Präparate) behandeltem Boden mit durchschnittlich 0,5 mg/kg Uran deutlich und signifikant niedriger lag als in den Kontrollen (1,8 mg/kg Uran).

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Die sachliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit der FAL-Institute mit Forscherinnen und Forschern alternativer Landwirtschaft hat neben gemeinsamen Publikationen in anerkannten internationalen Journalen (u.a. Comm. Soil Sci. Plant Anal., Aspects Appl. Biol.) bereits zwei Promotionen an der TU-Braunschweig hervorgebracht. Seit diesem Jahr kooperieren die FAL-Institute bei der Erforschung spezifischer Präparate und Methoden des biologisch-dynamischen Landbaus mit SEKEM (Sekem heißt übersetzt "Vitalität von der Sonne", www.sekem.com), einer der weltweit erfolgreichsten Organisationen im ökologischen Landbau, der in Ägypten mehr als 150 landwirtschaftliche Betriebe auf über 2000 ha angehören.

Kontakte:
Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Dir. & Prof. Dr. Silvia Haneklaus, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, E-Mail: pb@fal.de; und PD Dr. Gerold Rahmann, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für ökologischen Landbau, E-Mail: oel@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

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