Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mastitisbehandlung bei Milchkühen - weniger Antibiotika dank Homöopathie

12.07.2006
Die Mastitisbehandlung ohne Einsatz von Antibiotika stellt eine enorme Herausforderung insbesondere für ökologisch wirtschaftende Betriebe dar, da die Verwendung größerer Mengen Antibiotika den gesetzlichen Grundlagen widerspricht und kaum Alternativen zur Verfügung stehen. So wurden in einem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Forschungsvorhaben an der Freien Universität Berlin Homöopathika zur Mastitisbekämpfung geprüft.

Die Untersuchungen wurden in einem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betrieb mit 300 Kühen in Brandenburg durchgeführt. Vorgesehen war bei akut verlaufenden Mastitiden die Behandlung mit Phytolacca, Bryonia, Echinacea und Belladonna, zusätzlich Aconitum bei fieberhaften Erkrankungen im Anfangsstadium. Für subakut bis chronisch verlaufende Mastitiden sollten Echinacea, Phytolacca und Hepar sulfuris - alle in niedrigen Potenzen zwischen D6 und D8 - eingesetzt werden.

Dieser 1. Versuchsabschnitt musste wegen unbefriedigenden Erfolgs der homöopathischen Behandlung abgebrochen werden.

In einem 2. Versuchsabschnitt (modifiziertes Therapiekonzept) wurden zu Beginn der Trockenphase Euter mit subklinisch und chronisch verlaufenden Mastitiden mit Antibiotika trockengestellt. Zudem galt es, dringend notwendige Präventivmaßnahmen einzuhalten. Die homöopathische Therapie wurde als placebokontrollierte Doppel-Blind-Studie durchgeführt. Die an 126 Tieren bzw. 148 klinisch erkrankten Eutervierteln durchgeführten Behandlungen ergaben für beide Gruppen weitgehend gleichgroße Heilungs-/Selbstheilungsraten. Die klinischen Heilungen lagen bei Abschluss der Behandlung bei 95 Prozent und acht Wochen danach noch bei 65 Prozent. Bei klinischen Mastitiden mit Nachweis euterpathogener Erreger waren fünf bis acht Wochen nach Behandlungsende 55 Prozent bakteriologisch geheilt und 35 bis 40 Prozent vollständig geheilt.

Die in der Placebogruppe erzielten "Heilungsraten" lagen unerwartet hoch. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt. Ein Nachweis der Wirksamkeit der eingesetzten Homöopathika war allein aus den Behandlungserfolgen nicht zu erbringen. Nur bei den vollständig geheilten Vierteln war eine höhere Wirksamkeit gegeben. Der verminderte Einsatz von Antibiotika führte in dem Untersuchungsbetrieb durch weniger antibiotikahaltige Milch und Wegfall von Wartezeiten zu einem Gewinn von ca. 25.000 kg Milch.

Die mittlere Zellzahl der Milch fiel ab, die Milchleistung konnte gesteigert werden und die Infektionen mit S. aureus wurden deutlich verringert.Das modifizierte Therapiekonzept wird von den Autoren der Studie empfohlen, sofern Präventivmaßnahmen sowie tierärztliche Bestandsbetreuung gewährleistet sind. Die Strategie der konventionellen Mastitistherapie sollte hinterfragt werden.

Dr. Sigrid Baars | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Mastitiden Mastitisbehandlung Milch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie