Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

33.000 Mäuse als Mitarbeiter

17.12.2001


Neuer ForschungsReport erschienen

Über eine beeindruckende Zahl von Mitarbeitern verfügt das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf: Neben rund 70 Wissenschaftlern sind 300 Rinder, 400 Schweine und bis zu 33.000 Labormäuse im Dienste der Forschung tätig. Die Mäuse dienen als Modelltiere für die Tierzucht. Über Ergebnisse, die bei vergleichbaren Versuchen mit Rindern gut 600 Jahre gedauert hätten, schreiben Ulla Renne und Martina Langhammer in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "ForschungsReport".

In der Ausgabe 2/2001 des ForschungsReports geht es neben dem Thema Tierzucht auch über neue technische Entwicklungen in der Tierhaltung sowie über das weite Feld des Tierschutzes bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Auch der Frage, was sich hinter Markenfleischprogrammen verbirgt - Qualitätsfleisch oder heiße Luft -, wird nachgegangen.

Überraschende Fakten zu den Früchten des Meeres liefert ein Beitrag aus Hamburg: Beim Fischfang ist in Deutschland nicht die Hochseefischerei der wirtschaftlich bedeutendste Fischereizweig, vielmehr sind es die vielen kleinen Kutter der Küstenfischerei. Fast die Hälfte des Gesamterlöses der angelandeten Meerestiere wird durch Krabben (Garnelen) erwirtschaftet. Doch neben dem Menschen sind auch zahlreiche Raubfische wie Kabeljau, Wittling und Scholle hinter den Kleinkrebsen her. Die Jugendstadien dieser Fische nutzen im Sommer das nahrungsreiche, warme Wasser des Wattenmeeres als Aufwuchsgebiet. Bis zu vierzig Fischarten sind dort zu finden. Thomas Neudecker von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei gibt Einblicke in ein faszinierendes marines Ökosystem.

Holzmöbel liegen im Trend. Besonders Buchenholz wird aufgrund seiner gleichmäßigen Struktur und relativ hellen Farbe gern verarbeitet. Häufig treten aber Holzverfärbungen auf, die teils natürlichen Ursprungs sind, aber auch durch falsche Lagerung oder unsachgemäße Behandlung bei der Verarbeitung entstehen. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt sind Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) und der Universität Hamburg der Problematik auf den Grund gegangen. Sie fanden zum Beispiel heraus, dass bestimmte, nach dem Einschlag auftretende graubraune Verfärbungen durch Sauerstoff verursacht werden, der in noch lebende Speicherzellen eindringt, dort die Bildung farbgebender phenolischer Verbindungen anregt und zu Gefäßverschlüssen führt. Werden Buchen in den Wintermonaten gefällt, sinkt das Risiko dieser Verfärbung, weil die Stoffwechselaktivität der Zellen aufgrund der niedrigen Temperaturen reduziert ist.

Der nächste Sommer kommt bestimmt - und mit ihm die Kastanien-Miniermotte. Wenn Biergartenbesucher schon im August an den Herbst erinnert werden, liegt das an den Larven dieses Kleinschmetterlings, welche die Kastanienblätter zum vorzeitigen Welken bringen. Leo Pehl und Alfred Wulf von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) stellen den erst 1984 entdecken Schädling vor und diskutieren verschiedene - bislang noch nicht sehr erfolgversprechende - Bekämpfungsmöglichkeiten.

Der ForschungsReport wird vom Senat der Bundesforschungsanstalten herausgegeben und berichtet in allgemein verständlicher Form über aktuelle Projekte aus den Forschungseinrichtungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Die neue Ausgabe 2/2001 kann bei der Geschäftsstelle des Senats in Braunschweig kostenlos bezogen werden (Tel.: 0531 / 299-3396, E-Mail: senat@bba.de ).

Dr. Michael Welling |
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de

Weitere Berichte zu: Bundesforschungsanstalt Mäuse Tierzucht Verfärbung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise