Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Naturnah und besonders bodenschonend im Elisenhain

02.11.2000


Bildungsminister entlastet und bekräftigt die Uni-Forstverwaltung

Das Bildungsministerium in Schwerin hat am 6. Oktober 2000 dem Fachschaftsrat Biowissenschaften bestätigt, dass der Holzeinschlag der Universitätsforstverwaltung im vergangenen Januar keine ordnungswidrigen Handlungen »auf der Grundlage der gegenwärtig gültigen Richtlinie« darstellte.

Seit Januar hatte der Greifswalder Blätterwald empfindlich gebebt, denn zwei Naturschutzverbände hatten den Leiter der Uniforstverwaltung wegen angeblich falscher und naturunverträglicher Eingriffe in das Naturschutzgebiet »Elisenhain« angezeigt. Immer wieder wurde Wolfgang v. Diest und seinen Mitarbeitern Raubbau und mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen.

Jahrzehnte waren große Teile des Greifswald am nächsten liegenden Waldgebietes, »Elisenhain«, nach dem Nachkriegs-Reparationsraubbau forstlich stark vernachlässigt worden. Gut 400 ha groß, gilt er als Naturschutzgebiet mit drei eingegliederten Naturwaldzellen, in denen die Uni-Wissenschaftler das Werden eines Naturwaldes erforschen könnten. Auch alle anderen Gebiete, und um diese geht es, unterliegen den Bestimmungen einer Behandlungsrichtlinie von 1984, die noch 2000 in gesamtdeutsches Recht überführt werden soll.

Im Januar hatte die Uni-Forstverwaltung unter anderem artenreiche Edellaubholzbestände naturschonend durchforstet. Aus dem Brief des Ministeriums: »Die Arbeiten erfolgten mittels Harvester von mit Reisig ausgelegten Rückeschneisen aus und so besonders bodenschonend. In Folge dabei entstehender größerer Aufarbeitungsreste zeigt sich ein solcher Bestand zwar sehr >unaufgeräumt<, ist aber ökologisch für die Kleinbiotop- und künftige Humusentwicklung vorteilhaft einzuschätzen.«

Leserbriefschreiber von damals kommen nun zu unseren Förstern und korrigieren ihre einst in der Öffentlichkeit gezeigte Erregung: die Gebiete sind wieder »aufgeräumt«, der Wald hat wieder Licht. Große Teile sind inzwischen wie von einem guten Gärtner nachbearbeitet. Die Buchen- und Eichelmast liegt in vorbereiteten Betten. Ein neuer Stufenmischwald entsteht.

Der stadtnahe Elisenhain hat starken Erholungsdruck (Stadtumbauung, Verkehr durch Spaziergänger, Läufer, Radler), was forstlich nach Artenvielfalt ruft; intensivster Wildverbiss haben kein Unterholz nachwachsen lassen. Forst- und Waldbesitzer denken bekanntlich in größeren Zeiträumen als andere. Wolfgang v. Diest hat darum das zu viele Rehwild zu reduzieren begonnen und pflegt den Wald. Mitglieder von Bundes- und Landesforstämtern, zahlreiche Waldbesitzer aus nah und fern zählen zu seinen ständigen Exkursionsgästen - und zollen seiner Arbeit höchsten Respekt. Wegen seiner absehbar nachhaltigen Forstbewirtschaftung.

Wenn weitere Teile forstlich gepflegt werden, wird Wolfgang v. Diest wieder das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Ückermünde einbeziehen. Wer jetzt im Elisenhain ist, sieht: solch sorgsame Auslesedurchforstung ist Naturschutz.

Dr. Edmund von Pechmann | idw

Weitere Berichte zu: Elisenhain Naturschutzgebiet Waldbesitzer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie