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Integrierter Rapsanbau - Wie gut können Schlupfwespen Rapsschädlinge regulieren?

03.05.2006
Im Rahmen des EU-Projektes MASTER (Management Strategies for European Rape Pests) wurden in Großbritannien, Polen, Schweden, Estland und Deutschland die Parasitoiden der sechs wichtigsten Rapsschädlinge und ihr Potenzial zu deren biologischer Kontrolle untersucht.

Ziel war es, Strategien zur integrierten Kontrolle der wichtigsten Rapschädlinge (Rapserdfloh, Rapsglanzkäfer, Rapsstängel- und Kohltriebrüssler, Kohlschotenrüssler, Kohlschotenmücke) zu entwickeln. Im Rahmen des Internationalen Symposiums, Integrated Pest Management in Oilseed Rape’ an der Universität Göttingen, wurden die Ergebnisse des MASTER-Projektes vorgestellt und diskutiert.

Elf Parasitoiden wurden als Schlüsselarten identifiziert. Sie kommen Dr. Bernd Ulber von der Universität Göttingen zufolge regelmäßig in Winterraps - und mit geringen Ausnahmen - auch in Sommerraps in fast allen beteiligten Ländern vor. Diese Schlupfwespenarten haben das Potenzial, die Rapsschädlinge in einem ökonomisch bedeutenden Ausmaß zurück zu drängen. Einige der Arten wurden in manchen Partnerländern zum ersten Mal nachgewiesen.

In den vierjährigen Untersuchungen konnten neue Erkenntnisse über die Biologie, die Phänologie sowie die räumliche und zeitliche Verteilung der Parasitoiden in Rapsbeständen gewonnen werden. Dabei wurde der Fokus auf Solitärparasitoiden mit einer Generation pro Jahr gerichtet, die die Eier oder Larven ihrer Wirte in den Stängeln, Blättern, Knospen und Blüten des Rapses parasitieren. Die Häufigkeit und Verteilung vor allem der weiblichen Schlupfwespen stimmte gut mit der Dichte der Schädlinge überein. Die Schlupfwespen finden ihre Wirte u. a. durch chemische Signalstoffe, die von den befallenen Wirtspflanzen abgegeben werden. Die Wirt-Parasitoid-Verhältnisse sind sehr eng, das heißt, die Parasitoide sind sehr gut an ihre Wirte angepasst, aber auch auf bestimmte Wirtsarten angewiesen. Die Parasitierung der Rapsschädlinge führt zum Absterben der Larven, so dass die Zahl der erwachsenen Schädlinge dezimiert wird.

Da sich die bislang existierenden Bestimmungsschlüssel als unzureichend erwiesen und sich manche Arten nur in Nuancen unterscheiden, wurden in der britischen Forschungseinrichtung ,Rothamstad Research’ zusätzliche Kriterien zur sicheren Bestimmung der Parasitoiden identifiziert . Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn Nützlingsarten zur klassischen biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden sollen. Die Ansiedelung einer falschen Art könnte fatale Folgen für die Insektenfauna haben.

Dr. Ute Zöllner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.rothamsted.bbsrc.ac.uk/pie
http://www.aid.de

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