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Wildschweinefleisch - Neue Trichinenart nachgewiesen

05.04.2006
Im Muskelfleisch eines Wildschweins, das auf der Insel Usedom erlegt worden war, wurde neben der eingekapselten Trichinella spiralis eine weitere Trichinenart nachgewiesen: Trichinella pseudospiralis.

Diese Trichinenart wurde bisher nur im Ausland bei fleischfressenden Vögeln und Wildtieren nachgewiesen. Es handelt sich um eine unverkapselte Parasitenart, die sich mit dem klassischen Trichinoskop nicht nachweisen lässt, da die Larven leicht mit Muskelfasern zu verwechseln sind. Erst in künstlich vorverdauten Muskelproben lassen sich die Larven unter dem Mikroskop erkennen. Bei dem untersuchten Tier wurde eine hohe Parasitenkonzentration gefunden. Da Wildschweine Allesfresser sind, können sie die Erreger mit infizierten Kadavern verendeter Wildtiere aufnehmen.

Schweine erkranken nicht an Trichinellose, wohl aber Menschen, die infiziertes Fleisch essen. Deutsche Hausschweinebestände sind trichinenfrei. Ursachen für Infektionen können sein: Rohwurst oder Mett aus Schweinefleisch ausländischer Herkunft sowie Rohwurst, roher Schinken oder Mett aus Wildschweinefleisch. Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit Magen-Darm-Beschwerden, gefolgt von allergischen Symptomen, Fieber, Ödemen und Muskelschmerzen. Sind Zwerchfellmuskulatur oder der Herzmuskel betroffen, kann die Infektion tödlich verlaufen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, in dessen Nationalem Referenzlabor die Trichinella pseudospiralis nachgewiesen wurde, gibt zwar eine eher niedrige Wahrscheinlichkeit (1:50 000) eines derartigen Trichinellenbefundes für Deutschland an, wenn jedoch das Fleisch eines infizierten Tieres verzehrt wird, sind die Konsequenzen gravierend. Jäger sollten daher Fleisch von Wildschweinen in Einrichtungen untersuchen lassen, die die Nachweismethoden für unverkapselte Trichinella pseudospiralis beherrschen.

Dr. Sigrid Baars | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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