Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutscher Naturschutzring: flächendeckende MKS-Impfung ist überfällig

09.04.2001


Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute die EU-Kommission aufgefordert, das Impfverbot gegen die Maul- und Klauenseuche aufzuheben und eine flächendeckende Impfung aller gefährdeten Tiere durchzuführen.
"Bundesministerin Renate Künast muß sich energisch für diese Lösung einsetzen. Der Markt darf nicht länger Vorrang vor den Tieren haben, Geld darf nicht vor der ’Schöpfung stehen", verlangte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Hunderttausende überwiegend gesunder Tiere werden derzeit aufgrund der Maul- und Klauenseuche getötet und verbrannt, da allein der Verdachtsfall ausreicht, ganze Herden zu vernichten. Die grausamen Massentötungen sind vermeidbar, da ein geeigneter Impfstoff gegen den derzeit grassierenden MKS-Virus vorhanden ist. 

Die EU argumentiert, sie müsse an dem seit Anfang der 90er Jahre bestehenden Impfverbot festhalten, weil Drittländer wie die USA und Japan keine geimpften Tiere abnehmen. Die Importländer begründen ihre ablehnende Haltung damit, dass man gesunde und geimpfte Tiere nicht von infizierten Tieren unterscheiden könne. Dieses Argument ist hinfällig, da immer mehr Drittländer den Import von lebenden Tieren aus der EU aufgrund der grassierenden Maul- und Klauenseuche ohnehin gestoppt haben. Der DNR verweist darauf, daß jährlich 250 Millionen Tiere in Europa hin und her gekarrt werden. Dies müsse aus Tierschutzgründen zukünftig stark eingeschränkt werden. Außerdem gäbe es bald markierte Impfstoffe, die eine Unterscheidung von infizierten Tieren möglich mache. "Wir Tierschützer haben uns bereits 1992 gegen die Abschaffung der Impfung gewandt. Wenn jetzt Millionen von Tieren wegen BSE und MKS auf dem Scheiterhaufen einer verfehlten Agrarpolitik verbrannt und wie Müll behandelt werden, so ist dies eine Barbarei und Kulturschande für ganz Europa. Dieses Verbrechen an den Tieren und Landwirten muß sofort durch eine flächendeckende Impfung gestoppt werden", sagte Tessy Lödermann, Mitglied der Präsidien von DNR und Deutschem Tierschutzbund.

Der Deutsche Naturschutzring fordert deshalb:

  • den sofortigen Beginn einer flächendeckenden Impfung
  • die schnellstmögliche Vermarktung eines markierten Impfstoffes, anhand dessen es möglich ist, geimpfte von infizierten Tieren zu unterscheiden
  • Lebendtiertransporte nur bis zum nächstgelegenen Schlachthof, maximale Transportdauer vier Stunden * eine Dezentralisierung der Schlachthofstätten

 Weitere Informationen:
Helmut Röscheisen
DNR-Generalsekretär
Am Michaelshof 8-10
53177 Bonn
Tel. 0228/35 90 05/ 
Fax: 0228/35 90 96
Mobil: 0170 52 18815

ots |

Weitere Berichte zu: Impfstoff Impfung Klauenseuche Naturschutzring

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie