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Parasitärer Schadpilz: Neuartiger Krankheitserreger bedroht Anbau von Gerste

08.03.2006
Experten treffen sich zum ersten europäischen Ramularia-Workshop an der Universität Göttingen

Mit einem neuartigen Krankheitserreger bei Gerste, dem parasitären Schadpilz Ramularia collo-cygni, beschäftigt sich der erste europäische Ramularia-Workshop, der am 13. und 14. März 2006 an der Georg-August-Universität stattfindet. Die Abteilung Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz am Department für Nutzpflanzenwissenschaften hat dazu Experten aus zehn europäischen Ländern eingeladen. Unter der Leitung des Göttinger Wissenschaftlers Prof. Dr. Andreas von Tiedemann werden sie den aktuellen Wissensstand darlegen und neue Forschungsergebnisse präsentieren. Dabei werden die vier Themenbereiche Epidemiologie, Pathogenität, Verbesserung der Resistenz und Einsatz von Fungiziden behandelt. Ziel ist die Enwicklung von Strategien zur Bekämpfung dieser Getreidekrankheit, die durch jährlich wiederkehrende Epidemien erhebliche wirtschaftliche Schäden in Europa verursacht. Zu der Veranstaltung werden rund 70 Teilnehmer erwartet.

Wie Prof. von Tiedemann erläutert, ist der Schadpilz erstmals in den neunziger Jahren in Deutschland und in anderen europäischen Ländern aufgetreten und hat sich mittlerweile in vielen Anbaugebieten von Gerste zum "Krankheitserreger Nummer eins" entwickelt. Die Getreidekrankheit, nach ihrem Symptombild auf den Blättern auch als "Sprenkelkrankheit" bezeichnet, tritt besonders nach dem Ährenschieben in der zweiten Maihälfte auf: Die dunkelbraunen, punktförmigen Flecken können dabei bis zum einem Totalausfall der photosynthetisch aktiven Blattfläche führen, es kommt zu einem vorzeitigen Abreifen der Pflanze. "Wir haben es hier mit einem völlig neuen Phytopathogen zu tun, das vermutlich durch die Anbaubedingungen von Getreide begünstigt wurde und sich innerhalb weniger Jahre in Mittel- und Westeuropa etablieren konnte. Über Aggressivität, Ausbreitung und Möglichkeiten der Bekämpfung ist bislang jedoch nur wenig bekannt", so der Göttinger Wissenschaftler.

Informationen im Internet können unter http://www.uni-goettingen.de/pflanzenpathologie abgerufen werden.

Kontaktadresse:
Dr. Andreas Schützendübel
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Department für Nutzpflanzenwissenschaften
Abteilung Allgemeine Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz
Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3710, Fax (0551) 39-8177
e-mail: aschuet1@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/pflanzenpathologie
http://wwwuser.gwdg.de/~instphyt/app/koopmann/rcc/rcc.htm

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