Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfacher Schutz von Pferden und Rindern gegen Insekten

08.03.2006
Wenn Pferde in den Sommermonaten auf Koppeln weiden, werden sie ständig von Bremsen und Fliegen belästigt. Blutverluste und die Übertragung von Krankheitserregern sind die Folge.

Bislang stehen Pferdebesitzern vor allem Mittel für die Insektenabwehr zur Verfügung, die direkt auf die Pferde aufgetragen werden müssen, etwa Sprays oder Lotionen. Diese Mittel wirken zwar sofort nach der Behandlung, doch häufig nur für wenige Stunden. Veterinärmediziner der Freien Universität Berlin haben nun einen Insektenschutz entwickelt, der nicht nur gesünder für die Pferde, sondern auch länger haltbar ist: insektizidbehandelte Netzzäune. Auf einer Informationsveranstaltung am Freitag, dem 10. März 2006, präsentieren die Veterinäre ihre Forschungsergebnisse und stellen allen Interessierten - unter anderem Pferdezüchtern, Pferdehaltern, Tierärzten - den neuen Insektenschutz vor.

Bereits seit 2004 befasst sich eine Forschungsgruppe am Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin mit dem Schutz von Pferden gegen Weidefliegen durch die ein Meter hohen, insektizidbehandelten Netzzäune. Versuche auf Weiden in Brandenburg haben gezeigt, dass Pferde auf geschützten Weiden 90 Prozent weniger von Insekten belästigt wurden als Pferde auf ungeschützten Koppeln. Das Resultat: Die beschützten Pferde weiden ruhiger und entspannter, weil sie sich nicht mehr gegen die Lästlinge wehren müssen.

In weiterführenden Untersuchungen in Ghana haben die gleichen Wissenschaftler der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg untersucht, ob insektizidbehandelte Netzzäune zum Schutz von Rindern auch einen Einfluss auf Insekten von humanmedizinischer Bedeutung haben. Es wurden deutlich geringere Zahlen von Fliegen, insbesondere blutsaugende Wadenstecher im Umkreis des geschützten Stalles registriert. Auch sind weniger Mücken im Stall gefangen worden, und die Futteraufnahme der Rinder war im Gegensatz zu den Kontrolltieren in den ungeschützten Stallungen kaum gestört.

... mehr zu:
»Insekt »Pferd »Rindern »Schutz

Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchungen in Brandenburg und Ghana werden auf der Informationsveranstaltung vorgestellt und ihre Bedeutung für zukünftige Bekämpfungsmaßnahmen mit Experten aus der Pferdepraxis, Medizin und Epidemiologie diskutiert.

Das Programm im Internet unter: http://www.vetmed.fu-berlin.de/termine/20060310_netzzaeune

Termin & Ort:
Freitag, 10. März 2006, von 11 bis 14 Uhr
Klinik für Pferde, Hörsaal, Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, Oertzenweg 19b, 14163 Berlin
Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Dr. Peter-Henning Clausen und Dr. Burkhard Bauer (Freier Mitarbeiter), Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-62505, E-Mail: p-h-clausen@gmx.net, burkhard.bauer@gmx.net

Ilka Seer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Insekt Pferd Rindern Schutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise