Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trockenes Bauholz ohne technische Trocknung

10.05.2000


Rundholzlagenpolter am Waldrand. Die Stämme

sind farblich markiert, um den Trocknungsfortschritt in Abhängigkeit

von der Lage im Polter zu untersuchen. (Foto:

BFH)


Ein Großteil des in Deutschland erzeugten Nadelschnittholzes wird im Bausektor verwendet. Beim Hausbau muss das Holz für den statisch belasteten Bereich entweder mit chemischen Holzschutzmitteln behandelt
oder aber trocken verbaut werden. Holzschutzmittel werden von zahlreichen Bauherren nicht gern gesehen, und die bisherigen Verfahren zur technischen Trocknung von geschnittenem Holz sind energie- und zeitaufwendig. An der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH) in Hamburg ist jetzt ein Verfahren getestet worden, entrindetes Nadelstammholz direkt nach dem Schlagen im Wald zu trocknen und anschließend zu Bauholz einzuschneiden.

Der Einbau von zu nassem Holz kann zu Verformungen und zu Befall mit Pilzen und Insekten führen. Hier setzen die Überlegungen zur Verwendung von getrocknetem Holz an, das bereits vor dem Zuschnitt im Sägewerk die passende Verwendungsfeuchte aufweist. An der BFH wurde ein traditionelles Verfahren zur trockenen Lagerung ganzer Stämme im Wald zu einem umweltfreundlichen Trocknungsverfahren optimiert. Die entrindeten Stämme werden dabei in luftigen Lagen gestapelt und mit Giebel und stabiler Folienüberdachung versehen. Der Aufbau dieser Lagenpolter erfolgt günstigerweise im Frühwinter an luftigen, sonnigen Plätzen. Die Polter verbleiben dort mindestens bis zum Ende des folgenden Sommers.

Die drei Verfahren "Feuchtes Bauholz mit chemischem Holzschutz", "Technische Trocknung geschnittenen Holzes" und "Rundholztrocknung im Wald vor dem Zuschnitt" wurden unter technischen und ökologischen Gesichtspunkten verglichen und einer Ökobilanzierung unterzogen.

Dabei zeigte sich, dass die Bereitstellung von Bauholz mit technischer Trocknung mehr als doppelt so viel Energie benötigt wie die beiden anderen Verfahren. Vom technischen Standpunkt aus ist bedeutend, dass Bauholz aus vorab getrocknetem Rundholz gerade ist und auch bleibt, während feuchtes, mit chemischen Holzschutzmitteln behandeltes Holz ebenso wie Hölzer aus der technischen Trocknung zu Deformationen und Rissbildungen neigen. Chemisch behandeltes Holz muss zudem nach der Nutzung separat entsorgt werden und ist nicht mehr stofflich verwertbar.

Für den Bauherren stellt sich die Verwendung getrockneten Rundholzes bei Betrachtung der gesamten Kosten einschließlich der möglichen Folgekosten (feuchtebedingte Bauschäden, Deformationen, Altholz-Entsorgung) als attraktive Alternative zu den bisher üblichen Verfahren dar.

Um Belegexemplar wird gebeten

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael Welling |

Weitere Berichte zu: Bauholz Deformationen Holzschutzmitteln Rundholz Trocknung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Sturmwarnung: 150 Jahre Schäden im Schweizer Wald
21.09.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Das Rätsel der Monodominanz - Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen
06.09.2016 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Laser für Neurochirurgie und Biofabrikation - LaserForum 2016 thematisiert Medizintechnik

27.09.2016 | Veranstaltungen

Ist Vergessen die Zukunft?

27.09.2016 | Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanotechnologie für Energie-Materialien: Elektroden wie Blattadern

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ultradünne Membranen aus Graphen

27.09.2016 | Physik Astronomie

Ein magnetischer Antrieb für Mikroroboter

27.09.2016 | Biowissenschaften Chemie