Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesunde Nahrungsmittel brauchen saubere Böden

25.10.2001


Um langfristig eine Anreicherung von Schadstoffen in landwirtschaftlich genutzten Böden zu verhindern, sind nach Auffassung von Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, künftig strengere Anforderungen an den Einsatz von Düngemitteln erforderlich. "Gesunde Nahrungsmittel brauchen saubere Böden," sagte er zum Auftakt einer gemeinsamen Anhörung von Bundesumweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium über Düngemittel und deren Verwendung, die bis zum Freitag in Bonn stattfindet. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Alexander Müller, wies auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung der Düngemittel, vor allem von Klärschlamm, im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes hin. Mit Blick auf die Massentierhaltung und das Verbrennen von Wirtschaftsdünger als Abfall sagte er: "Unsere Nutztiere müssen so gehalten und ernährt werden, dass der anfallende Wirtschaftsdünger im Rahmen der natürlichen Kreislaufwirtschaft ausgebracht werden kann. Diese Jahrhunderte alte Praxis muss wieder ein zentrales Leitbild unserer Tierproduktion werden."



Die Anhörung geht zurück auf einen Beschluss der gemeinsamen Konferenz der Agrar- und Umweltminister von Bund und Ländern vom 13. Juni dieses Jahres. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer nachhaltigen Produktion sicherer und hochwertiger Nahrungsmittel im Sinne einer zukunftsfähigen Agrar- und Verbraucherpolitik. Es dürfe, so der Beschluss, durch Bewirtschaftungsmaßnahmen wie Aufbringung von Klärschlamm, Gülle, mineralischem Dünger oder Bioabfällen zu keiner Anreicherung von Schadstoffen im Boden kommen darf. Ziel der Anhörung, an der zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland teilnehmen, ist es, Wege zur Begrenzung der Einträge von Schwermetallen und organischen Schadstoffen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen zu finden. Daneben sollen auch die Risiken durch Belastungen des Bodens mit hormonell wirkenden Stoffen bewertet werden. Das Umweltbundesamt hat während der Anhörung eine Publikation zu Grundsätzen und Maßstäben für eine Schadstoffminderung vorgestellt. Dabei wurde die Verwendung von Klärschlamm, Gülle, mineralischem Dünger und Kompost unter dem Aspekt des vorsorgenden Bodenschutzes betrachtet.



BMU und BMVEL beabsichtigen, nach der Anhörung gemeinsam mit den Ländern zu entscheiden, ob und in welchem Umfang Einschränkungen oder ein Verbot des Aufbringens von Klärschlämmen auf Ackerflächen -- wie von einigen Bundesländern gefordert -- aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherschutzes geboten erscheinen. Auch für andere Arten von Wirtschaftsdünger, darunter Gülle, soll die Notwendigkeit von Beschränkungen erörtert werden. Die Bundesregierung beabsichtigt, im Ergebnis der Anhörung Änderungen an der Klärschlammverordnung und im Düngemittelrecht vorzunehmen. Für nicht verwertbare Klärschlämme müssten alternative Entsorgungswege beschritten werden.

Weitere Informationen enthält ein Hintergrundpapier, das im BMU-Pressereferat unter 01888-305-2015/18 und im BMVEL-Pressereferat unter 01888-5293173.

| BMU
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de
http://www.verbraucherministerium.de

Weitere Berichte zu: Düngemittel Gülle Nahrungsmittel Schadstoff Wirtschaftsdünger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise