Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankes Saatgut: Genetischer Fingerabdruck entlarvt Erreger

15.02.2006
Verfahren könnte vor massiven Ernteausfällen bewahren

Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben die Früherkennung von schädlichen Mirkoorganismen in Saatgut massiv verbessert. Die Biologen Frank Brändle und Marco Thines haben dazu ein System entwickelt, mit dem sie Pflanzen-Krankheitserreger schneller und präziser über einen genetischen Fingerabdruck aufspüren können, als es bisher möglich war. Dabei gehen sie in zwei Schritten vor: Zuerst identifizieren sie den Übeltäter mit Hilfe einer PCR-Analyse, in der das Erbgut befallenen Saatguts mit dem von gesundem Saatgut verglichen wird. Danach entwickeln die Forscher einen speziellen molekularen Marker, der auf die Anwesenheit des Erreger-Erbguts mit Fluoreszenz reagiert. Damit lässt sich der Erreger in zukünftigen Analysen nachweisen.


Falscher Mehltau an Zwiebeln

"Die Methode ist nicht wirklich neu", räumt Frank Brändle, Forscher am Institut für Botanik der Uni Hohenheim, im pressetext-Interview ein. "Doch verglichen mit bisherigen Testverfahren über Antikörper-Reaktion ist die PCR-Analyse 100-fach empfindlicher und auch genauer", betont der Wissenschaftler. Um Erreger wie falscher Mehltau, echte Pilze oder Bakterien, die Nutzpflanzen befallen, zu detektieren, untersuchen die Biologen infiziertes Saatgut mit Hilfe der molekularen Marker. Dabei müssen sie jedoch nicht auf unzählige Erreger testen: "Für bestimmte Pflanzen sind bestimmte Erreger besonders gefährlich, deshalb gibt es pro Feldfrucht ein bis zwei Erreger, die kontrolliert werden müssen", erläutert Brändle.

"Die Notwendigkeit für gesundes Saatgut ist unabdingbar", betont Brändle im Gespräch mit pressetext. 1993 wurde in einer Studie erhoben, dass Krankheitserreger trotz Produktivitätssteigerung zu massiven Ernteausfällen in Höhe von ca. 100 Mio. Euro weltweit geführt haben. Bislang fehlte EU-Kontrollorganen die Möglichkeit, den Import von Saatgut so zu überwachen, dass sie infizierten Samen konfiszieren konnten. Mit dem schnelleren Verfahren könnten sie innerhalb vier Tagen wissen, ob das Saatgut betroffen ist.

... mehr zu:
»Biologe »Fingerabdruck »Saatgut

Da Experten dem Verfahren von Thines und Brändle große Marktchancen zuschrieben, haben sie das Unternehmen PathoScan gegründet. Dort können Kunden aus der Agrarindustrie verdächtiges Saatgut analysieren lassen. "Besonders für den biologisch-dynamischen Anbau ist einwandfreies Saatgut von großer Bedeutung, denn meist sieht man den Befall einer Bepflanzung erst, wenn es zu spät ist", erläutert Brändle. Daher sei schnelles Handeln oberstes Gebot, so der Biologe abschließend.

Lisa Hartmann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de

Weitere Berichte zu: Biologe Fingerabdruck Saatgut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher verwandeln Diamant in Graphit

24.11.2017 | Physik Astronomie

Dinner in the Dark – ein delikates Wechselspiel der Mikroorganismen

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

24.11.2017 | Physik Astronomie