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Milchhygiene bei automatischen Melkverfahren

01.02.2006
Verbesserte Verfahren und gutes Management gefragt

Beim konventionellen Melken können durch die Vormelkproben schnell Veränderungen an der Milch erkannt werden. Bei den automatischen Melkverfahren (AMV) wird im Allgemeinen die Leitfähigkeit der Milch auf Viertelebene - manchmal auch unter Hinzuziehen von Farbveränderungen - zur Erkennung abnormaler Milch genutzt. Diese Messungen sind in ihrer Empfindlichkeit noch unzureichend. Neue Verfahren werden daher erprobt. Ein weiteres Problem ist die Zitzenreinigung. Sie erfolgt bei AMV über Bürstensysteme oder separate Reinigungsbecher. Dieses automatische System lässt sich weder dem individuellen Verschmutzungsgrad der Kuh anpassen, noch wird der Reinigungseffekt überprüft. Die Reinigungserfolge sind je nach Herstellerfirma und Betriebsführung unterschiedlich. Unzureichende Erneuerung der Bürsten, kaltes statt warmes Wasser, ungenügende Melkfrequenz sowie roboteruntaugliche Kühe können ebenso negativ auf die Sauberkeit wirken wie die ungenügende Anzahl an Liegeboxen, zu seltene oder minderwertige Einstreu oder fehlende Selektion auf Eutergesundheit. Weitere Ursachen für hohe Gesamtkeimgehalte sind unzureichende Reinigung von Melkanlage, Milchtransportleitungen und/oder Milchtank. Insbesondere thermodure Keime können die Pasteurisierung überleben und die Haltbarkeit der Milchprodukte beeinträchtigen. Wie in einem Beitrag des Instituts für Hygiene und Produktsicherheit der Forschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in den Kieler Milchwirtschaftlichen Forschungsberichten aufgeführt wird, ist die Systemreinigung in vielen Betrieben unzureichend. Deshalb gilt: vor der Hauptreinigung den Milchfilter entfernen und nach der Reinigung einen sauberen Filter einsetzen. Bei Einhalten sämtlicher Reinigungsparameter (Zeitdauer, Temperatur, Reinigungslösung und Turbulenzen im Rohrsystem) sollten bei täglich zweimaliger Reinigung dauerhaft niedrige Keimzahlen erreicht werden.

Positive Hemmstoffbefunde gehen oft auf Managementfehler zurück: Wichtig sind die rechtzeitige Eingabe einer Antibiotikabehandlung in das AMV-Programm, das Einhalten der Wartezeiten und die Reinigung der Anlage nach dem Melken behandelter Tiere. Um verlängerte Ausscheidungszeiten, die bei geringer Melkfrequenz auftreten können, sicher zu vermeiden, sollten behandelte Kühe mindestens zweimal pro Tag gemolken werden.

Dr. Sigrid Baars | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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