Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sortenschutz in der EU - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

18.01.2006
Aufgabe des Europäischen Sortenamtes (CPVO) mit Sitz im französischen Angers ist die Verwaltung des gemeinschaftlichen Sortenschutzsystems, das sich über die 25 Mitgliedsstaaten erstreckt. Damit ist der Schutz des geistigen Eigentums an Pflanzenzüchtungen gewährleistet.

Dirk Theobald, Leiter der Technischen Abteilung des CPVO, erläuterte in einem Kolloquium Pflanzenproduktion an der Universität Göttingen die Unterschiede der Verfahren im Sortenwesen: Während der Sortenschutz internationalen Regeln (beispielsweise dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz neuer Pflanzenzüchtungen - UPOV) unterliegt, ist die Sortenzulassung Sache der Mitgliedsstaaten. Rechtsgrundlage in Deutschland stellt das Saatgutverkehrsgesetz dar, das eher dem Verbraucherschutz zuzurechnen ist.

Das UPOV-Übereinkommen beinhaltet ausdrücklich die Möglichkeit, geschützte Sorten ohne Zahlung von Lizenzgebühren zur weiteren Züchtung verwenden zu können. "Die Vorzüge des europäischen Verfahrens liegen darin, dass der Antragsteller einen Antrag stellt und eine Entscheidung für alle Mitgliedsstaaten der EU erhält", zeigte Theobald auf. "Vor Einführung dieses Systems musste das in jedem Land einzeln erfolgen." Der Antrag kann beim CPVO direkt oder bei einer nationalen Behörde gestellt werden.

Für jede Pflanzenart liegen Merkmalstabellen vor. Alle diese Merkmale müssen im Rahmen einer technischen Prüfung untersucht werden. Die Zuständigkeiten für einzelne Kulturen sind festgelegt: So prüft beispielsweise das Bundessortenamt in Hannover neben anderen Prüfämtern Weizen- und Gerstensorten, während Maissorten in Spanien und Frankreich geprüft werden. Das CPVO fertigt zusammen mit den nationalen Prüfämtern technische Protokolle als Entscheidungsgrundlage für den Verwaltungsrat des CPVO an. Ein Sortenschutz wird erteilt, wenn die Kriterien Neuheit, Homogenität, Beständigkeit, Unterscheidbarkeit sowie eintragbare Sortenbezeichnung erfüllt sind. Die Entscheidungen werden im Amtsblatt des CPVO veröffentlicht.

Seit dem Gründungsjahr 1995 bis 2005 wurden etwa 23 000 Anträge bearbeitet. Mit mehr als 60 Prozent stellten die Zierpflanzen den größten Anteil dar. Im Jahr 2005 gingen 2 733 Anträge ein, 1 879 Sortenschutztitel wurden erteilt. Insgesamt wurden beim Gemeinschaftsamt bisher Anträge für Sorten von mehr als 1 100 Pflanzenarten gestellt.

Dr. Ute Zöllner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: CPVO Mitgliedsstaat Prüfämtern Sorten Sortenschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften