Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intestinales Immunsystem von nicht entwöhnten Ferkeln

21.12.2005


Vor dem Hintergrund der Veränderungen bei der Gesetzgebung zur Schweineaufzucht wird die Gesundheit von Ferkeln eingehend untersucht. Hierbei wird besonders auf die Immunentwicklung geachtet mit dem Ziel, Krankheiten einzudämmen.

Traditionelle Schweineaufzuchtmethoden richteten sich auf die Fütterung von Absetzferkeln mit Produkten, die Antibiotika sowie die Metalle Kupfer und Zink enthielten. Jedoch soll dieses Verfahren nun durch den Erlass eines neuen Gesetzes verboten werden, da man Bedenken im Hinblick auf die Resistenz gegenüber Antibiotika hegte. Daher ist es besonders wichtig, das Immunsystem von Absetzferkeln zu untersuchen, um einschätzen zu können, ob die Ferkel zum Zeitpunkt der Entwöhnung wachstumsfähig sind.

Zu diesem Zweck wurde die Immunentwicklung bei herkömmlichen (landwirtschaftlich aufgezogenen) Ferkeln sowie bei isolierten Ferkeln untersucht. Vierundzwanzig Stunden nach der Geburt wurde jeweils die Hälfte der Ferkel vom Muttertier getrennt und in eine spezifiziert pathogenfreie (SPF) Isolationsumgebung gebracht. Zahlreiche Infektionskrankheiten, die von der Sau auf die Jungtiere nach der Geburt übertragen werden, können verhindert werden, wenn die Ferkel vollständig von der Mutter isoliert und in einer SPF-Umgebung aufgezogen werden. Diese Ferkel wurden mit einem Milchersatzstoff auf Kuhmilchbasis gefüttert. Die andere Hälfte der Ferkel blieb bei der Mutter und wurde auf traditionelle Weise ohne Beifutter ernährt. Nach 2, 5, 12, 20 und 28 Tagen wurden Ferkel aus beiden Gruppen geschlachtet und das Niveau der Immunentwicklung wurde zu diesen Zeitpunkten bewertet, indem verschiedene Gewebearten untersucht wurden.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Entwicklung des Immunsystems bei Ferkeln progressiv verläuft. Die Zellpopulationen von Ferkeln, die jünger als 28 Tage alt waren, unterscheiden sich deutlich von denen älterer Ferkel. Zum Zeitpunkt, an dem Ferkel in Europa normalerweise entwöhnt werden, ist das Immunsystem noch nicht ausgereift und die Ferkel sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie den Stress der Entwöhnung verkraften.

Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Weg zu einem Verständnis des am Ferkelwachstum beteiligten Prozesses, der für die wichtige Phase der Entwöhnung ausschlaggebend ist. Die folgenden Forschungsarbeiten werden weitere Tiefenanalysen umfassen, um die Anforderungen der neuen europäischen Gesetzgebung zu erfüllen ohne Eingeständnisse an die Schweinegesundheit oder Zucht machen zu müssen.

Prof. Christopher R. Stokes | ctm
Weitere Informationen:
http://www.bris.ac.uk/

Weitere Berichte zu: Entwöhnung Ferkel Immunentwicklung Immunsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel

20.02.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz