Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenig Lothar-Sturmholz im Schwemmholz

28.10.2005


Bei den Unwettern im vergangenen August hatten viele Ortschaften nebst den Wassermassen auch mit grossen Mengen von Schwemmholz zu kämpfen. Schnell stellte sich die Frage, ob es sich dabei um in den Wäldern liegen gelassenes Sturmholz handelte. Untersuchungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zeigen, dass dies nur zu einem kleinen Teil zutrifft.


In mehreren vom Hochwasser besonders betroffenen Regionen untersuchte die WSL im Auftrag des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL die Zusammensetzung des Schwemmholzes. Die Forscher überprüften insgesamt zwanzig Standorte im Berner Oberland, im Entlebuch, im Kanton Obwalden und im Prättigau. Dabei zeigte sich, dass es sich zum grössten Teil um natürliches Schwemmholz handelte; der Anteil von Bau- und Brennholz lag an fast allen untersuchten Orten unter 20 Prozent.

Grosse lokale Unterschiede


Beim natürlichen Schwemmholz zeigten sich grosse lokale Unterschiede. Es gab Stellen, an denen der Frischholzanteil bei nur 15 Prozent lag, andernorts wiederum lag er bei über 90 Prozent. Eine erste provisorische Auswertung aller untersuchten Gebiete zeigt, dass der Frischholzanteil gesamthaft gesehen zwischen 50 und 75 Prozent liegt: Schon heute lässt sich also mit Sicherheit sagen, dass mehr Frisch- als Totholz angeschwemmt wurde.

Um die Frage nach dem Anteil von Sturmholz besser beurteilen zu können, hat die WSL eine Reihe von Untersuchungsgebieten gewählt, in denen der Sturm ’Lothar’ besonders stark gewütet hat. Weniger als 15 Prozent der untersuchten Schwemmholzproben aus diesen Gebieten wiesen Borkenkäferspuren auf; solche Spuren sind bei liegen gelassenem Sturmholz normalerweise häufig anzutreffen. Aufgrund der bisher ausgewerteten Daten lässt sich jedenfalls schon heute sagen, dass die grossen Schwemmholzmengen nur zu einem kleinen Teil auf liegen gelassenes Sturmholz zurückzuführen sind.

Schwemmholzproblematik wird schon lange erforscht

Die Problematik von Schwemmholz ist nicht erst seit den August-Hochwassern ein Thema. Seit 2003 laufen an der WSL zwei vom BUWAL unterstützte Forschungsprojekte zum Thema Schwemmholz (’Einfluss ufernaher Bestockungen auf das Schwemmholzaufkommen in Wildbächen’ und ’Jahrringanalytische Rekonstruktion von Ufererosion und Schwemmholzaufkommen in Wildbächen’). Die detaillierten Resultate dieser Projekte werden in eine umfassende Ereignisanalyse der August-Hochwasser einfliessen, welche das Bundesamt für Wasser und Geologie in Zusammenarbeit mit der WSL und anderen Institutionen erstellt. Im Rahmen dieser Analyse sind noch weitere Untersuchungen zum Schwemmholz geplant. Wichtig ist eine ganzheitliche Sicht, von der Quelle bis zum Schadensort. Erst dann lässt sich auch sagen, welchen Einfluss die heutige Waldpflege auf die gesamte Schwemmholzmenge hatte. Die Resultate der Ereignisanalyse werden in etwa zwei Jahren vorliegen.

Peter Waldner | pressrelations GmbH
Weitere Informationen:
http://www.umwelt-schweiz.ch
http://www.buwal.ch

Weitere Berichte zu: Ereignisanalyse Schwemmholz Schwemmholzaufkommen WSL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie