Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Leistungen als Wegbereiter der Präzisions-Landwirtschaft bedeutsam"

24.09.2001


Einer der Träger des Deutschen Umweltpreises 2001: Prof. Dr. Hermann Auernhammer


Deutscher Umweltpreis 2001: Prof. Dr. Hermann Auernhammer

"Äcker können heute so gezielt und differenziert bewirtschaftet werden, dass Überdüngungen und unverhältnismäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Interesse des Umweltschutzes praktisch ausgeschlossen werden. Wenn die Landwirtschaft mess- und überprüfbar geworden ist, Standards geschaffen und in die Praxis umgesetzt werden können, dann ist das wesentlich Professor Auernhammers Verdienst." - Mit diesen Worten würdigte heute Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, vor Medienvertretern in Berlin die Lebensleistung des 60jährigen Prof. Dr. Hermann Auernhammer als einem der Träger des Deutschen Umweltpreises 2001. Er arbeitet im Fachgebiet Technik im Pflanzenbau des Department für Biogene Rohstoffe und Technologie der Landnutzung der Technischen Universität München.

Auernhammer sei der Initiator einer umweltschonenden Landwirtschaft, in der mithilfe moderner Technologie eine auf kleinste Standorte zugeschnittene Unkrautregulierung und Düngung möglich geworden sei. Diese "Präzisions-Landwirtschaft" sei nicht nur wesentliche Grundlage für einen deutlich verbesserten Schutz des Grundwassers. Sie verringere auch die Gefahren für die Artenvielfalt und trage so erheblich zur Umweltentlastung bei.

Es liege auf der Hand, dass eine Entlastung der Umwelt von Einträgen aus der Landwirtschaft eintrete, wenn Produktionsmittel räumlich so gezielt wie möglich eingesetzt würden. Würden Äcker nach ihren spezifischen standörtlichen Gegebenheiten bewirtschaftet, richte sich die Düngung nach dem zu erwartenden Ertrag und dem daraus erwachsenden Entzug von Nährstoffen aus dem Boden aus. Überdüngungen und damit Gefährdungen des Grundwassers dürften auf dieser Teilfläche ausbleiben. Unkrautregulierung und Pflanzenschutz könnten ebenfalls in Intensität und Wirkstoffwahl nach der Befallssituation genau dosiert werden. Mengenverringerungen von Pflanzenschutzmitteln seien zu erwarten.

Für die Vielfalt von Arten und Biotopen sei die kleinstandörtliche Unterschiedlichkeit der Agrarlandschaft von zentraler Bedeutung. Eine zunehmende Nivellierung von Standorten hinsichtlich Feuchtigkeit oder Nährstoffen sei einer der wichtigsten Gefährdungsfaktoren für die Artenvielfalt. Eine bessere Berücksichtigung spezifischer Beschaffenheit von Äckern sei mit Hilfe der "Präzisions-Landwirtschaft" möglich. Positive Effekte bezüglich der Artenvielfalt seien zu erwarten. Brickwedde: "Vor diesem Hintergrund sind die Leistungen von Prof. Auernhammer als wesentlicher Wegbereiter des ,Precision Farming’ sehr bedeutsam."

Bereits Anfang der 80er Jahre habe Auernhammer erkannt, dass durch die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien die Produktionsprozesse in der Feldbewirtschaftung entscheidend verändert und wesentlich umweltfreundlicher gestaltet werden können. Die Arbeiten hätten zunächst begonnen mit der Entwicklung einer kleinen automatischen Wetterstation für die Erfassung betrieblicher Besonderheiten mit völlig neuen Möglichkeiten bei der Nutzung von Prognosemodellen. Gefolgt sei die Erarbeitung von traktorinternen Wiegetechniken zur Überwachung einer möglichst exakten Düngung.

Durch vorausschauende Ansätze zur sensorgestützten Stickstoffdüngung habe Auernhammer diese Möglichkeiten nochmals vertieft. Über die Erfassung der vorhandenen Biomasse und der Standarddaten könne damit die durch das Düngen eingebrachte Stickstoffmenge an die Aufnahmemöglichkeit der Pflanze angepasst werden. In seiner jüngsten Arbeit beschäftige sich Auernhammer mit der automatischen Prozessdatenerfassung. Hiermit werde eine Felddokumentation ermöglicht, die den verbraucherorientierten Einstieg in die "gläserne Produktion" von der Saat bis zum Verzehr ermögliche. Die Praxis selbst wende sich den neuen Technologien zu und bestätige damit indirekt die hohe Bedeutung der Arbeiten des Preisträgers.

Professor Auernhammer habe kontinuierlich und hartnäckig die Weiterentwicklung moderner Kommunikationstechnologien und Datenverarbeitung in der Landwirtschaft vorangetrieben. Der Technologietransfer von der Wissenschaft in die Praxis sei maßgeblich mit seinem Namen verbunden. Brickwedde: "Er hat durch seine Entwicklungen dieser bedeutenden Technologie den Weg bereitet. Die Innovationsleistung besteht darin, moderne Kommunikationstechnologien aus anderen Branchen integriert und maßgeblich vorangebracht zu haben. Diese Leistung ist vorbildlich und nachahmenswert."

| Presse-Information

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Klimawandel – die Tanne sticht Fichte und Buche aus
10.08.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie