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Nicht immer, aber immer früher! Schwefelmangel im Herbst beeinträchtigt Gesundheit von Rapsbeständen!

13.10.2005


Foto 1: Wissenschaftlerin des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig auf der Suche nach Pilzbefall in einem Winterrapsbestand mit Schwefelmangelsymptomen im Vorharz. Foto: Schnug


Foto 2: Detailaufnahme von Schwefelmangelsymptomen an Winterrapsblättern im Herbst. Foto: Schnug


Kaum ist der alte vom Acker, macht der neue schon wieder Sorgen: Schwefel (S)-Mangel kann auch bereits vor Winter in Rapsbeständen auftreten. Seit Anfang 1980 tritt akuter S-Mangel, d.h. mit sichtbaren Symptomen, in landwirtschaftlichen Kulturpflanzen unter Freilandbedingungen auf, aber bislang meist erst im Frühjahr. Wissenschaftler/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig haben bei der diesjährigen Herbstinventur von Rapsbeständen festgestellt, dass bundesweit gehäuft bereits jetzt im Herbst sichtbare Schwefel-Mangelsymptome in Winterrapsbeständen auftreten (Fotos).


Typisch für Schwefel-Mangel an Rapsblättern sind im Gegenlicht (Foto 1) hellgrün erscheinende Pflanzen und Bestände und insbesondere eine charakteristische Marmorierung, bei der die Bereiche um die Blattadern dunkelgrün bleiben und die Bereiche dazwischen aufhellen (Foto 2). S-Mangelpflanzen treten im Feld gruppenweise auf, wobei die Flecken im Feld stets unregelmäßig verteilt sind. Diese treten vorzugsweise zunächst dort auf, wo die Böden leichter, grundwasserfern oder auch verdichtet sind. Das frühere Auftreten von akutem S-Mangel erklären die Wissenschaftler/innen mit einer Erschöpfung von S-Vorräten in tieferen Bodenschichten und aktuell hohen Mengen an mineralischem Stickstoff (N) im Boden, denn eine hohe N-Versorgung fördert auch die Entwicklung von S-Mangelsymptomen.

S-Mangel vor Winter beeinträchtigt die Vitalität der Pflanzen und deren natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten. Die Wissenschaftler/innen konnten gemeinsam mit Kollegen/innen des Scottish Agricultural College (SAC) in Aberdeen, Schottland, in mehrjährigen Feldversuchen nachweisen, dass S-Mangelpflanzen signifikant geringere Gehalte an für die Resistenzbildung wichtigen Inhaltstoffen, wie z.B. Glutathion enthalten und eine erhöhte Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, wie z. B. die Phoma Wurzel- und Stengelfäule (Leptosphaeria maculans), zeigten. Zur Stärkung der Pflanzen vor Winter empfehlen die Wissenschaftler/innen in Beständen mit Mangelsymptomen umgehend noch eine Schwefel-Düngung von 20-30 kg Schwefel pro Hektar auszubringen.


Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug und Dir. u. Prof. Dr. Silvia Haneklaus, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: pb@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

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