Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seltene Erden für seltene Öle

06.10.2005


Uni Graz beteiligt sich am von der FAL geführten Forschungsverbund "Ökophysiologie Seltener Erden"



Seltene Erden sind Mineralien, die die nur wenig bekannten Elemente Scandium, Yttrium, Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium enthalten. Sie sind wichtige Zutaten bei der Herstellung von Metalllegierungen, Spezialgläsern und Supraleitern. In China verwendet man Seltene Erden aber auch seit etwa 30 Jahren in der Düngung von Böden und zur Fütterung von Nutztieren. Aus dem Reich der Mitte wird von Mehrerträgen in der Größenordnung von 10 % bei Nutzpflanzen sowie schnellerem Wachstum und besserer Futterverwertung bei Nutztieren berichtet.



Wissenschaftler/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde und des Institutes für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig arbeiten seit fünf Jahren an der experimentellen Überprüfung dieser Befunde. In Europa sind gezielte Düngung und Verfütterung Seltener Erden derzeit nicht zulässig. Seltene Erden könnten aber in Zukunft als neue Wachstumsförderer auch auf deutsche Märkte kommen. Ökologische Auswirkungen einer Düngung mit Seltenen Erden, aber auch grundlegende Wirkungsmechanismen im Stoffwechsel sind noch weitgehend unbekannt. Daraus ergeben sich Konsequenzen für einen evtl. Einsatz als "Wachstumsförderer". Eindeutig ist zurzeit nur, dass noch erheblicher Forschungsbedarf betreffend Effektivität und Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt besteht, um Seltene Erden als Dünger oder Futterzusatzstoffe in der EU einmal zuzulassen.

Zur Erforschung der Ökophysiologie hat das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde vor drei Jahren einen internationalen Forschungsverbund ins Leben gerufen, an dem sich die Institute für Bodenkunde der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Nanjing sowie der Universitäten in Sao Paulo (Brasilien) und Buenos Aires (Argentinien) beteiligen. Durchgeführt werden umfangreiche Feldstudien zu natürlichen Hintergrundkonzentrationen, Löslichkeiten und biologischem Transfer von Elementen aus der Reihe Seltener Erden. Seit September 2005 gehört diesem Verbund auch das Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Graz (Österreich) an. Das Team international anerkannter Pflanzenphysiologen um Prof. Dr. Dieter Grill (Foto) wird insbesondere zur Aufklärung des Stoffwechsels Seltener Erden beitragen. Ein Teilaspekt wird dabei auch der Einfluss Seltener Erden auf Gehalt und Qualität an Ölen in der "Nationalfrucht" der Steiermark, dem Ölkürbis sein.

Kontaktadressen:

Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, D-38116 Braunschweig, Tel: +49 531 596 2104, E-Mail: ewald.schnug@fal.de

Prof. Dr. Dieter Grill, Uni Graz, Institut für Pflanzenwissenschaften, Bereich Pflanzenphysiologie, Schubertstraße 51,A-8010 Graz, Tel: +43 316 380 5640, E-Mail: dieter.grill@uni-graz.at

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

Weitere Berichte zu: Bodenkunde Düngung Erden Pflanzenernährung Seltene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Mischwälder: ökologisch und ökonomisch überlegen
09.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Wertvolle Böden erhalten
03.05.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics