Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Reis enthält viel Arsen

03.08.2005


Werte liegen bis zu fünf Mal höher als in Europa



US-amerikanischer Reis enthält nach jüngsten Berichten im Online Magazin Nature große Mengen an Arsen. Die Mengen sind nach Untersuchungen von Andrew Meharg von der University of Aberdeen zwischen 1,4 und fünf Mal höher als in Reis aus Europa, Indien oder Bangladesh. Experten fürchten, dass bei einer reinen Reisdiät die von der WHO vorgeschlagenen Werte überstiegen werden. Etwa die Hälfte des Reises der in den USA angebaut wird, geht in den Export.

... mehr zu:
»Arsen »Mikrogramm »US-Reis


Es ist allerdings bis dato nicht erforscht, ob die Werte tatsächlich gefährlich hoch sind, meint Meharg. Forscher in Taiwan hatten in vorhergehenden Untersuchungen allerdings darauf hingewiesen, dass arsenverseuchter Reis zu einer erhöhten Blasenkrebsrate führt. Das Forschungsteam um Meharg nimmt an, dass die Ursache für die hohen Arsenwerte in der Vergangenheit zu suchen ist: Zahlreiche Reisfelder sind dort entstanden, wo einst Baumwolle angebaut wurde. Das betreffe vor allem die Bundesstaaten Mississippi und Arkansas, da dort Reis Baumwolle ersetzt hat. Dazu wurden allerdings spezielle Reissorten gezüchtet, die den hohen Arsenbelastungen des Bodens nichts anhaben konnten.

Nach Angaben von Meharg ist damit das Problem aber keineswegs gelöst, denn der Reis enthält das Arsen aus dem Boden. "Es ist keine gute Idee auf den einstigen Baumwollfeldern Reis anzubauen", meint der Forscher. In Untersuchungen hatte Meharg festgestellt, dass die Arsenwerte im US-Reis durchschnittlich bei 0,26 Mikrogramm pro Gramm Reis lagen. Im Vergleich dazu kam indischer Reis auf nur 0,05 Mikrogramm und Reis aus Europa und Bangladesh, das mit hohen Arsenwerten im Grundwasser zu kämpfen hat, auf 0,15 Mikrogramm.

"Wie schädlich der Reis tatsächlich ist, wagt derzeit niemand zu sagen", meint der Umweltchemiker John Duxbury von der Cornell-University in Ithaca/New York. Die Experten weisen daraufhin, dass nicht-organisches Arsen, wie es im Trinkwasser vorkommt, etwa fünf bis zehnmal giftiger ist, als das organische, das in Reis in Kohlenstoff-Molekülen gepackt ist. Meharg fand heraus, dass nur 42 Prozent des Arsens im US-Reis nicht-organisch war, hingegen aber 81 Prozent des Arsens im indischen Reis. Dennoch kann auch organisches Arsen zu Gesundheitsproblemen führen, da es sich im Körper umwandeln kann.

Derzeit sind in den USA verschiedene Arten von Pestiziden und Herbiziden, die Arsen enthalten in Verwendung. "Zurzeit werden diese auf Herz und Nieren auf ihre Sicherheit hin geprüft", erklärt Enesta Jones von der Environmental Protection Agency. Ergebnisse sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Arsen Mikrogramm US-Reis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie