Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nutztierhaltung im Brennpunkt: Politiker, Praktiker und Professoren suchten den Dialog in Ruthe

29.08.2001


Um aktuelle Fragen der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung ging es bei einem Treffen, zu dem das Landvolk Niedersachsen und die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) am 23. August den niedersächsischen Umweltminister und niedersächsische Bundestagsabgeordnete in das Lehr- und Forschungsgut der TiHo nach Sarstedt-Ruthe eingeladen hatten. Minister Wolfgang Jüttner und die Parlamentarier - unter ihnen der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Andres sowie Prof. Monika Ganseforth und Heino Wiese - nutzten die Gelegenheit, vor Ort die verschiedenen Musterstallungen zu besichtigen. Sie diskutierten mit Wissenschaftlern und Praktikern darüber, mit welchen Haltungsformen ein Optimum an Tierschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz realisiert werden kann. Fünf Wissenschaftler der TiHo , unter ihnen Rektor Volker Moennig, und eine sechsköpfige Delegation des Landvolks Niedersachsen, angeführt von Präsident Wilhelm Niemeyer, standen für die Gespräche zur Verfügung.

Politiker, Wissenschaftler und die Vertreter des Landesbauernverbands waren sich einig darüber, dass in der kontrovers und hitzig geführten öffentlichen Debatte um den Änderungsbedarf in der Landwirtschaft, und insbesondere der Tierhaltung, die Erkenntnisse der Forschung und Praxis angemessen berücksichtigt werden müssten . Andernfalls bestehe die Gefahr, dass es zu vorschnellen und einseitigen ordnungspolitischen Eingriffsregelungen mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen kommen könnte, ohne dass die angestrebten Verbesserungen erreicht würden. So habe sich beispielsweise herausgestellt, dass manche neue Haltungsformen zwar den Tierschutz verbesserten, dafür jedoch neue Umweltbelastungen mit sich brächten und die Nahrungsmittelsicherheit gefährdeten. Dies gelte insbesondere für die Legehennenhaltung, die im Kontext der Agrarwende noch in diesem Jahr vom Gesetzgeber neu geregelt wird. Gerade die von vielen Verbrauchern bevorzugten Freilandhaltung führe zu erheblichen Belastung der Luft und des Bodens.

Wenige Tage vor seinem Besuch in Ruthe, am 16.08.2001, wurde Jüttner mit folgenden Worten in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zitiert: "Ein Freiland-Huhn dürfte aus Gründen des Immissions-Schutzes und des Wasserschutzes gar nicht stattfinden." Und weiter: "Da kollidieren Tier- und Menschenschutz. Das wird ein richtig schöner Konflikt, der uns noch lange beschäftigen wird."

Eine Diskussion an der sich Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule auch zukünftig aktiv beteiligen werden.

Natascha Windhorst | idw

Weitere Berichte zu: Haltungsformen Nutztierhaltung TiHo Tierschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Sturmwarnung: 150 Jahre Schäden im Schweizer Wald
21.09.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Das Rätsel der Monodominanz - Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen
06.09.2016 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie