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101. BSE-Fall bestätigt - Schutzmaßnahmen in Deutschland greifen

24.08.2001


In dem 101. BSE-Fall sieht der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, weder einen Grund zu einem Jubiläum noch zur Panik. In verschiedenen Interviews machte er deutlich, dass die Prognosen der Wissenschaftler zuträfen und Deutschland keine britischen Verhältnisse bekommen werde. Maßnahmen wie obligatorische BSE-Tests für alle Schlachtrinder ab 24 Monate, die konsequente Herausnahme des Risikomaterials und das strikte Verbot der Tiermehlverfütterung bieten den Verbrauchern bestmöglichen Schutz. Das Vertrauen in diese Maßnahmen honorierten die Verbraucher an der Ladentheke. Dies bestätige der steigende Rindfleischabsatz, stellte Born fest.

Ein gewaltiger Vertrauensschub werde außerdem die Einführung eines Qualitätssicherungssystems, das gemeinsam mit der Landwirtschaft, den Futtermittelherstellern, Schlachtunternehmen, Verarbeitungsunternehmen und dem Handel aufgebaut wird, leisten.

Weiterhin müssen jedoch größte Anstrengungen im Bereich der Wissenschaft und Forschung unternommen werden, um zum Beispiel die Infektionsursachen aufzuklären und Testverfahren am lebenden Tier zu entwickeln. Jeder Fortschritt in diese Richtung ist nicht nur praktizierter Verbraucherschutz, sondern auch im Sinne des Tierschutzes wichtig.

"Doch die Kosten für den vorsorgenden Verbraucherschutz gehen noch immer zu Lasten der Landwirte", betonte Born. Denn seit November 2000 sei es nicht gelungen, das Gesamtpaket der BSE-Verbraucherschutzmaßnahmen zwischen Bund und Ländern auf eine abgestimmte finanzielle Basis zu bringen. Das vom Bundesministerium beschlossene steuerliche Soforthilfeprogramm für BSE-geschädigte Landwirte sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Erzeugerpreise liegen immer noch ein Viertel bis ein Drittel niedriger als vor der BSE-Krise; während die Verbraucher für Rindfleisch an der Ladentheke tiefer ins Portmonee als im Vorjahr greifen müssen. Die rund 20.000 spezialisierten Rindermäster und Mutterkuhhalter befinden sich in einer extrem schwierigen wirtschaftlichen Situation. Pro Rind erzielen die Rindfleischerzeuger wegen der BSE-Folgekosten und dem niedrigen Erzeugerpreisen 500 bis 600 D-Mark geringere Erlöse. Sie verlieren auf ein Jahre bezogen insgesamt über 2 Milliarden D-Mark. Born forderte EU-Kommission und Bundesregierung eindringlich auf, noch einmal zu prüfen, wie den spezialisierten Rindermästern zu helfen sei, um das drohende wirtschaftliche Aus zu verhindern.

Geschäftsstelle Berlin | ots

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