Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greenpeace entdeckt neuen Skandal-Stall / Tierarzt fordert Schließung der Putenmastanlage von Heidemark

14.08.2001


Greenpeace entdeckt immer mehr überfüllte Putenmastanlagen, in denen unter massivem Einsatz von Antibiotika Puten für Produkte des Nahrungsmittel-Konzerns Unilever unter skandalösen Umständen gemästet werden. Nach zwei Stallfunden in Niedersachsen entdeckte Greenpeace nun auch einen Putenstall mit besonders vielen verwahrlosten Tieren in Wieglitz in Sachsen-Anhalt. Seit heute morgen protestieren 20 Greenpeace-Aktivisten auf dem Gelände des Hofes gegen die skandalösen Zustände dieser Massentierhaltung. Der Stall gehört dem Unilever-Lieferanten Heidemark, der Unilever mit Putenfleisch für Wurst- und Fleischprodukte der Diät-Marke "Du darfst" beliefert.

Die Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Stalltor das 4,5 mal 3,5 Meter große Foto einer Pute aus dem Stall befestigt, die wegen der Mastbedingungen deformierte Beine hat. Mit einem großen Stempel haben sie auf das Bild gedruckt: "So produziert ’Du darfst’". Auf einem Banner über dem Tor fordern die Demonstranten "Stoppt die Massentierhaltung". Die skandalösen Zustände in der Stallanlage mit schätzungsweise 20 000 Tieren werden mit Foto und Video dokumentiert.

"Unilevers Werbung für die ’Du darfst’-Produkte hat nichts mit der Realität zu tun", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. "Unilever verkauft seine Putenprodukte als modern und gesund. Aber wer so einen Stall sieht, dem vergeht der Appetit auf Pute."

Der Tierarzt Dr. Johannes Boers aus Oldenburg bewertete anhand von Fotos und Videomaterial aus dem Stall den Zustand der Tiere: "Die Puten stehen viel zu dicht. Viele leiden unter Gelenkschäden, entzündlichen Brustblasen, Infektionen und Skelettdeformationen. Die zu hohe Zahl an Tieren in dem Stall führt zu Aggressionen, die Puten bepicken sich gegenseitig und reissen sich Federn und Gewebestücke aus. Ein solcher Stall müßte unter tierschützerischen, seuchenhygienischen und Umweltaspekten von den Behörden sofort geschlossen werden."

Auch in dieser Mastanlage gibt es Belege für den umfangreichen Einsatz von Antibiotika. So zeigen Recherchen, die Greenpeace vorliegen, dass die Antibiotika Amoxicillin und Tetracyclin säckeweise auf dem Gelände gelagert werden und über das Tränkewasser verabreicht werden. Dennoch gibt es aufgrund der fürchterlichen hygienischen Bedingungen in dem Stall viele kranke Tiere, täglich gehen Puten ein. "Hier wird Billigfleisch produziert. Gutes Fleisch gibt es nur von gesunden Tieren. Wir fordern Unilever auf, kein Fleisch mehr aus Massentierhaltung zu beziehen", so Martin Hofstetter.

Martin Hofstetter | ots
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Massentierhaltung Puten Stall Tierarzt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten