Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbot des Pflanzenschutzmittels Brestan begrüßt.

10.08.2001


Der Naturschutzbund NABU hat das heutige Verbot des TPT-haltigen Pflanzenschutzmittels Brestan flüssig durch die Biologische Bundesanstalt für Landwirtschaft und Forsten (BBA) ausdrücklich begrüßt. "Ein später Sieg der Vernunft für die Sicherheit von Mensch und Natur", kommentierte NABU-Präsident Jochen Flasbarth die Entscheidung der Braunschweiger Bundesbehörde. Der NABU hatte wiederholt auf die Gefährlichkeit von Triphenylzinn (TPT) hingewiesen und von der BBA und der zuständigen Verbraucherschutzministerin Renate Künast ein Verbot dieser nachgewiesen gesundheitsschädigenden Chemikalie gefordert. Die BBA hatte über Jahre vorliegende Erkenntnisse über die schädlichen Auswirkungen von TPT ignoriert und damit Verbraucher und Umwelt unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt.

Für den NABU sei das heutige Brestan-Verbot jedoch nur der erste einer Reihe von notwendigen Schritten. "TPT ist nur die Spitze des Eisbergs - wir brauchen eine konsequente Agrarwende auch im Bereich des Pflanzenschutzes", sagte Flasbarth. Die beteiligten Behörden müssten ihre bisherige Praxis überdenken und am Prinzip des vorsorgenden Verbraucherschutzes ausrichten. So müssten nach Ansicht des NABU alle auf dem Markt befindlichen Pestizide hinsichtlich ihrer gesundheits- und umweltgefährdenden Wirkungen neu überprüft werden. "Bei vielen Chemikalien ist unbekannt, wie sie in Kombination mit anderen Stoffen wirken und wie sie sich in der Umwelt verhalten", so der NABU-Präsident. Die Unkenntnis über mögliche Zeitbomben auf unseren Äckern sei ein unhaltbarer Zustand.

Darüber hinaus müsse die Systematik der Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln grundlegend geändert werden. Für den NABU sei eine frühzeitige Offenlegung von Testergebnissen ebenso zwingend erforderlich wie eine Beteiligung von Experten etwa aus Umwelt- oder Verbraucherschutzorganisationen. Wichtige Daten und Erkenntnisse blieben bislang unter Verschluss. Das müsse ein Ende haben, so Flasbarth: "Ohne Transparenz und Kommunikation bleibt die Agrarwende auch beim Pflanzenschutz ein Muster ohne Wert."

Dr. Volkhard Wille | ots

Weitere Berichte zu: BBA Pflanzenschutz Pflanzenschutzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Maisschädling schlägt Mais mit dessen eigenen Waffen
27.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Roboter-Navigation über die Cloud

11.12.2017 | Informationstechnologie

Molekulare Chaperone als Helfer gegen Chorea-Huntington identifiziert

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie