Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schützen durch Nützen

06.08.2001


Bundesamt für Naturschutz fördert deutsch-namibische Gemeinschaftsprojekte zur nachhaltigen Nutzung der Teufelskralle

Wer unter Rheuma leidet, dem ist sie keine Unbekannte: die Teufelskralle aus dem Süden Afrikas. Ihre Wirkstoffe haben entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung und werden in einer ganzen Reihe von Phytopharmaka eingesetzt und in Deutschland auf den Markt gebracht.
Weil sie so beliebt ist, werden jährlich immer größere Mengen der getrockneten Wurzeln geerntet und in den Handel gebracht. 1999 hat allein Namibia, der größte Exporteur, mehr als 600 Tonnen des Rohstoffs ausgeführt. Sie stammen vollständig aus Wildsammlungen. Sowohl die namibischen als auch die deutschen Artenschutzbehörden fragen sich, ob die Wildbestände diesen Sammeldruck aushalten.

... mehr zu:
»Anbau »Namibia »Ressource »Teufelskralle

In deutsch-namibischen Gemeinschaftsprojekten wird nun erforscht, wie man die Teufelskralle, die in den sandigen Trockengebieten am Rande der Kalahari ihre Heimat hat, so nützen kann, dass sie dauerhaft erhalten bleibt. Gleichzeitig muss die lokale Bevölkerung ihr Auskommen haben, da etwa 10.000 Familien der Buschleute vom Volk der San von dieser Sammeltätigkeit leben. Oft haben sie keine andere Einkommensquelle.
Aber nicht nur durch Übernutzung der Pflanze selbst ist dieses Gleichgewicht bedroht. Auch die vielfachen Bestrebungen, die Art in Namibia landwirtschaftlich anzubauen, werden von den Sammlern mit gemischten Gefühlen betrachtet. Sollte der Anbau gelingen - und zur Zeit investieren einige, auch deutsche Firmen in die Feldversuche - dann könnte der Markt für wild gesammelte Teufelskralle-Wurzeln verschwinden und die Rohstoffversorgung der Firmen über den Anbau erfolgen.
"Nur durch eine nachhaltige Nutzung am Wildstandort wird diese Pflanze auch dort erhalten bleiben", sagt Professor Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamts für Naturschutz, voraus. "Wir müssen eine nachhaltige Nutzung ermöglichen, denn diese Menschen sind Partner des Artenschutzes, nicht seine Gegner. Nur wenn sie die Ressourcen auch nutzen können, wird ihnen an ihrer Erhaltung gelegen sein. " Mit ihren widerhakigen Früchten stellt die Teufelskralle eine Gefahr für Rinder und Schafe dar und wurde früher als Weideunkraut bekämpft.

In den vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekten werden in den nächsten drei Jahren Methoden erarbeitet, um mit einfachen Mitteln die Erntemengen zu bestimmen, die für die Pflanzen unschädlich sind. Auch der Einfluss der im südlichen Afrika so wechselhaften Niederschläge wird berücksichtigt.
Bereits jetzt kann eine der am Projekt beteiligten Farmen, auf der bereits seit 1997 schonend gesammelt wird, als gelungenes Modell für ein nachhaltiges Wirtschaften mit der Teufelskralle bezeichnet werden. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir können zeigen, dass die Nutzung zur Erhaltung der Ressource beitragen kann, "so Vogtmann.

Weitere Informationen zur Teufelkralle sind erhältlich beim Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn, Telefon: 0228-8491-280, Fax: -299.

Franz August Emde | idw

Weitere Berichte zu: Anbau Namibia Ressource Teufelskralle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Anwender-Workshops „Laserbearbeitung von Faserverbundwerkstoffen“

20.11.2017 | Seminare Workshops

Hand aufs Herz - was wissen wir über herzgesunde Lebensmittel?

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

20.11.2017 | Materialwissenschaften