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Sommerwetter begünstigt die Getreideernte

02.08.2001


Zweiter Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes

Bonn (ots) - Die Getreideernte 2001 geht zügig voran. Gedroschen wurden bereits alle Getreidearten sowie Raps, allerdings steht die Ernte der Hauptkultur Weizen erst am Anfang. Dies geht aus dem zweiten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor. Mit den Qualitäten sind die Landwirte überwiegend zufrieden. Die Ernteware kommt bisher trocken herein, wodurch der Angebotsdruck zugunsten der Lagerung auf den Höfen vermindert wird. Die Erträge sind gut. Die Preise für Futtergerste liegen um etwa 0,50 D-Mark/dt bis 1,00 D-Mark/dt unter dem Vorjahresniveau, was auf die Vorgaben der Agenda 2000 zurückgeführt werden kann. Für Weizen werden Preise etwa auf dem Vorjahresniveau oder leicht darunter erwartet. Verantwortlich hierfür ist der stabilere Weltmarkt, hervorgerufen durch niedrigere weltweite Ernten, höhere Notierungen an den internationalen Warenterminbörsen und den bisher anhaltend starken Dollar.

Wintergerste beendet mit guten Ergebnissen

Bis auf wenige Restflächen in ostdeutschen Gebirgslagen haben die Landwirte die Wintergerstenernte bereits vollständig abschließen können. Die Qualitäten liegen in der Regel über dem angestrebten Eigengewicht von 62 Kilogramm je Hektoliter und erreichen sogar Werte von 68 Kilogramm. Lediglich aus ost- und norddeutschen Regionen werden auch niedrigere Ergebnisse gemeldet. Durchweg konnte die Ware trocken mit einem Feuchtegehalt von 14 - 15 Prozent eingebracht werden; nord- und ostdeutsche Regionen melden sogar 13 Prozent Feuchtegehalt. Die lagertrockene Ware bleibt vermehrt auf den Höfen und entlastet damit den Annahmestoß bei der Vermarktung. Der Ertrag wird aufgrund der Schätzangaben der Landesbauernverbände im Durchschnitt voraussichtlich das Vorjahresniveau überschreiten. Im Südwesten werden zwar um etwa 10 Prozent niedrigere Erträge erwartet, in den übrigen Regionen jedoch höhere Erträge. Aus Brandenburg wird ein Ertragsanstieg um 30 Prozent prognostiziert, ausgehend allerdings vom trockenheitsbedingt sehr schlechten Vorjahresergebnis. Die erzielten Erzeugerpreise bewegen sich in einer Spanne zwischen 18,00 und 20,00 D-Mark/dt. Die Spanne wird in Bayern und Hessen unterschritten. Damit bewegen sich die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in einer Marge zwischen unverändert und minus 5 Prozent.

Ernte von Raps bereits weit fortgeschritten

In vielen deutschen Ackerbaustandorten ist auch die Rapsernte beendet. Aus Bayern und von der Rheinschiene werden 100 Prozent geerntet gemeldet, aus Sachsen-Anhalt 90 Prozent und aus den meisten übrigen Bundesländern 60 bis 80 Prozent. Anders sieht die Situation in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern aus. Dort fehlt den Pflanzen noch die notwendige Reife, weshalb erst 10 Prozent der Flächen gedroschen werden konnten. Die Ölgehalte liegen über 40 Prozent in einer Spanne bis 43 Prozent in Baden-Württemberg und 45 Prozent in Niedersachsen. Von einem teilweise erhöhten Schmachtkorngehalt wird speziell aus Thüringen und aus Sachsen berichtet. Auch andere Regionen sprechen von Problemen bei der Abreife. Im Ergebnis werden damit keine großen Ertragsveränderungen erwartet, wobei allerdings regional sehr unterschiedliche Erträge erzielt wurden. Der internationale Markt für Ölsaaten hat sich in den letzten Monaten deutlich erholt, was sich auch auf den deutschen Markt auswirkt. Die Tagespreise für Rapssaat übersteigen die Kontraktpreise von 36,00 bis 42,00 D-Mark/dt nochmals, in der Spitze werden Erzeugerpreise bis 46,00 D-Mark/dt erzielt, im Vorjahr waren es im Mittel etwa 8,00 D-Mark/dt weniger.

Braugerste in Bayern zu 80 Prozent geerntet

Am weitesten fortgeschritten ist die Ernte der Sommergerste in Bayern, dem größten deutschen Anbaugebiet für Braugerste. Erwartet wird nur ein leichter Ertragsanstieg um etwa 5 Prozent. Die Qualitäten bewegen sich auf einem guten Niveau mit Eiweißgehalten von 10 bis 10,5 Prozent. Die Ware konnte sehr trocken eingebracht werden mit einem niedrigen Feuchtegehalt von 13,5 Prozent. Angeliefert wird zur Zeit die Vertragsware zu Preisen von 26,00 bis 27,00 D-Mark/dt für den Erzeuger. Auch in den angrenzenden Bundesländern hat die Ernte begonnen. Die Erträge liegen dort um bis 20 Prozent unter dem Vorjahr. Für detaillierte Schätzungen ist der weitere Ernteverlauf abzuwarten.

Roggen im Süden zur Hälfte geerntet

In Bayern ist auch die Roggenernte weit fortgeschritten. 75 Prozent der Flächen konnten begünstigt durch die hochsommerliche Witterung geerntet werden mit guten Qualitäten. Hessen meldet einen Erntestand von 50 Prozent, die Rheinschiene weist einen Stand von 80 Prozent auf. Im Rheinland, in Westfalen-Lippe und in Sachsen-Anhalt konnten bereits 20 bis 30 Prozent der Flächen geerntet werden, in Brandenburg ist die Ernte in vollem Gang, in den übrigen Gebieten hat die Ernte auf den leichten Standorten begonnen. Die Erträge liegen vielfach auf dem Vorjahresniveau, wobei aus Baden-Württemberg niedrigere und aus Hessen höhere Erträge gemeldet werden. Die erzielten Preise werden mit 17,00 bis 19,00 D-Mark/dt angegeben und liegen damit um etwa 1,00 D-Mark/dt unter dem Vorjahr.

Hauptkultur Weizen vielerorts noch am Anfang

Abgesehen von der Rheinebene, wo bereits 80 Prozent geerntet wurden, steht die Ernte der Hauptkultur Weizen noch am Anfang. Lediglich aus den süddeutschen Anbaugebieten und aus dem Rheinland wird ein Erntestand von ca. 20 Prozent gemeldet. Die Erträge liegen bisher etwa auf dem Vorjahresniveau. Während der Weizen trocken und damit voll lagerfähig eingebracht werden konnte und auch gute Fallzahlwerte erzielt wurden, wird regional von etwas niedrigeren Eiweisswerten gesprochen. Der Markt hat sich noch nicht richtig entwickelt; die bisherigen Preisnennungen lassen Preise analog dem Vorjahr oder leicht darunter erwarten.

Bernhard Lütke Entrup | Pressestelle Bonn

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