Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom aus Gülle Praktizierter Beitrag zum Klimaschutz

01.08.2001


17,3 Mrd. Kubikmeter Biogas könnten theoretisch in Deutschland erzeugt werden, rechnet man das geschätzte Aufkommen an vergärbarem organischem Material aus der Landwirtschaft, den Abfällen der Kommunen sowie den Rückständen der lebensmittelverarbeitenden Industrie zusammen (Stand 2000).

Unter der Annahme, dass 50 Prozent des Ertrags tatsächlich nutzbar sind, ergibt sich eine Gasmenge von 8,7 Milliarden Kubikmeter. Die produzierte Gasmenge entspräche etwa 5,5 Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs.

Der wichtigste ökologische Vorteil der Biogasproduktion ist die Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen. Die Erzeugung von Strom aus Biogas ist CO2-neutral, das heißt, das CO2, das bei der Verbrennung entsteht, wurde vorher der Atmosphäre entzogen.

Durch die Vergärung von Wirtschaftsdüngern wird auch die Emission des klimawirksamen Gases Methan reduziert, das ansonsten unkontrolliert entweicht. Die Vergärung reduziert außerdem die Geruchsentwicklung bei der Lagerung und Ausbreitung von Gülle, weil im Verlauf des Gärungsprozesses die Geruchsstoffe abgebaut und neutralisiert werden.

Für den Bau einer Biogasanlage mit ausschließlicher Güllevergärung ist mit Investitionen von etwa 800 bis 3000 DM pro GV zu rechnen, wobei diese Kosten mit zunehmender Anlagengröße abnehmen.

Im Rahmen des Marktanreizprogramms der Bundesregierung zur Förderung erneuerbarer Energien können auch Biogasanlagen finanziell gefördert werden. Die Förderung erfolgt nach der Menge des zur Verfügung stehenden Gärsubstrats. Basis der Berechnung sind die GV-Zahl und die Fläche, auf der Biomasse für die Vergärung angebaut wird.

Zusammen mit dem Grundsubstrat Gülle können andere organische Stoffe vergoren werden (Ko-Fermentation), um die Biogaserzeugung zu erhöhen. Als landwirtschaftliche Reststoffe eignen sich zum Beispiel Grüngut, Rübenblatt und Kartoffelkraut. Außerdem besteht die Möglichkeit auf Stilllegungsflächen angebaute Biomasse (z.B. Mais) zur Biogasgewinnung zu nutzen.

Nach Art des Substratflusses werden Durchfluss- und Speicheranlagen unterschieden. Etwa 70 Prozent der Anlagen in Deutschland sind Durchflussanlagen. Bei dieser Bauart wird das Substrat dem Faulraum kontinuierlich oder in kurzen Intervallen zugeführt. Für die Verstromung von Biogas werden meist Dieselmotoren nach dem Zuendstrahlverfahren eingesetzt, da sie einen um 30 Prozent höheren Wirkungsgrad und ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Gas-Otto-Benzinmotoren haben.

Weitere Informationen zum Thema Biogas sind nachzulesen in der Broschüre Biogas - eine natürliche Energiequelle Bezug über: BMVEL, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelmstr. 54, 10117 Berlin.

Dr. Marion Morgner | aid-PresseInfo
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.aid.de/presseinfo/impressum.html

Weitere Berichte zu: Biogas Biomasse Gasmenge Gülle Vergärung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten