Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erschaffung eines Modells für die Verbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers

05.04.2005


Der Westliche Maiswurzelbohrer ist ein Schädling mit invasionsartigem Befall, der eine Bedrohung für die europäische Maisproduktion darstellt. Um diesem Problem den Kampf anzusagen, wurde ein Simulationsmodell für mögliche Verbreitungsszenarien entwickelt.


In den frühen neunziger Jahren trat der Westliche Maiswurzelbohrer (WMWB) erstmals in Serbien auf. Daraufhin wurde die Untersuchung seiner Verbreitungsgeschwindigkeit in Europa angeregt. Um das Simulationsmodell entsprechend anzupassen, mussten bestimmte Parameter aufgestellt werden, unter anderem auch die jährliche Verbreitungsgeschwindigkeit der Populationen sowie der Einfluss eventueller Eindämmungsmethoden, der Maiskonzentration und der Topographie.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Verbreitungsgeschwindigkeit des WMWB von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist. Ohne Bekämpfungsmaßnahmen betrug die Verbreitungsgeschwindigkeit beispielsweise zwischen 60 und 100 Kilometern pro Jahr. Wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, betrug die jährliche Verbreitungsgeschwindigkeit 0 bis 37km. Ein weiterer wichtiger Faktor im Simulationsmodell betrifft den Maisanteil beim Fruchtwechsel. Die Auswertung von Gebieten mit hohem Risiko zeigte, dass die Fortpflanzung und Verbreitung des WMWB bei niedrigem Maisanteil relativ gering ist. Auch die Höhenlage ist ein wichtiger Faktor, da das Simulationsmodell zeigte, dass der WMWB in Höhen über 900m nicht fliegen kann. Nur bei Höhenwinden ergab sich der seltene Fall, dass einzelne Tiere in größeren Höhen als 900m flogen. Die einzige natürliche Höhenbarriere in Europa sind demzufolge die Alpen.


Das Modell wurde genutzt, um die Verbreitungsgeschwindigkeit in vielen europäischen Ländern zu simulieren, u.a. in Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und der Schweiz. Für jedes Land wurden Szenarien mit und ohne Bekämpfungsmaßnahmen aufgestellt. Außerdem wurde der Forstschritt der natürlichen Ausbreitung auf das nächste betroffene Land von den Grenzgebieten aus sowie ohne Eindämmungsmaßnahmen untersucht.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse der Ergebnisse wird gerade erarbeitet. Diese wird auf farbigen Karten darstellen, wie sich der WMWB mit bzw. ohne die Ergreifung eindämmender Maßnahmen ausbreitet.

Dr. Peter Baufeld | ctm
Weitere Informationen:
http://www.bba.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit