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Stärkung der europäischen Landwirtschaft

08.02.2005


Grundsätzliche Veränderungen in der Wasserpolitik werden sich auch auf die europäische Landwirtschaft auswirken, nur ist noch nicht klar wie. Zum Glück beleuchtete eine im Rahmen des WADI-Projekts durchgeführte Untersuchung einige mögliche Szenarien.



Die europäische Landwirtschaft ernährt nicht nur die Europäer, sie ist auch ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftszweig. Die Politik bemüht sich natürlich, die Konkurrenzfähigkeit dieses Industriezweiges zu erhalten, doch muss sie dabei auch wichtige Ressourcen, wie z.B. das Wasser und die Umwelt, schützen.



Die kürzlich verfasste Wasserrahmenrichtlinie (WRR) und Änderungen in Europas gemeinsamer Agrarpolitik (GAP) verfolgen unterschiedliche Ziele und müssen zudem von den Mitgliedsstaaten durchgesetzt werden.

Im Rahmen des WADI-Projekts haben fünf europäische Universitäten versucht, die Auswirkungen dieser neuen Politik auf die Landwirtschaftsbetriebe des jeweiligen Landes zu beleuchten. Diese Länder sind: Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal sowie Griechenland.

Jede Universität erstellte Modelle und analysierte Fallstudien, die an die landesspezifischen Besonderheiten in der Landwirtschaft angepasst wurden. Der landwirtschaftlichen Bewässerung wurde dabei besondere Beachtung geschenkt. In diesem Zusammenhang wurden auch Aspekte des Weltmarktes, der globalen Nachhaltigkeit, regionaler Unternehmen und der lokalen Verwaltung berücksichtigt.

Trotz der Unterschiede zwischen den Regionen konnten Schlussfolgerungen gezogen werden, die nicht nur für diese fünf Länder, sondern für ganz Europa anwendbar sind. Damit die Prozesse der Landwirtschaft nicht all zu stark gestört werden, müssen die Beschlüsse der WRR und der GAP behutsam umgesetzt werden. Italien empfahl sogar, die GAP abzuschwächen.

Eine andere wichtige Erkenntnis zeigt, dass die neue Politik die Rentabilität vieler Ernten verändern würde. Anpassungen der Wasserpreise werden die Rentabilität der Ernten, z.B. von Getreide, so beeinflussen, dass sie für einige Regionen nicht mehr wirtschaftlich tragbar sind. Die europäischen Landwirte könnten dann mit einem Wechsel zu anderen Nutzpflanzen reagieren, die nicht mehr in den Einflussbereich der GAP fallen.

Auf der Basis ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien wurden die Kosten für verschiedene Lösungen festgesetzt. Die für diese fünf Länder entwickelten Szenarien sind die Grundlage für einen Bericht, der in die Hände von Politkern, kommunalen Behörden, Landwirten und Agrargenossenschaften gegeben wird.

Dr. Julio Berbel | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uco.es/dptos/economia-agraria/

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