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Anwendungen für Variationen der Holzeigenschaften

05.01.2005


Die Nutzung der Erkenntnis, dass verschiedene Holzquellen unterschiedliche Holz- und Fasereigenschaften hervorbringen, hat zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten in der Holzproduktion und in der Forstwirtschaftspraxis eröffnet.



Im Rahmen des EuroFiber-Projekts wurden Proben von Bäumen entnommen, die in unterschiedlichen Klimagebieten und unter verschiedenen Boden- und Standortbedingungen gewachsen sind, und ein Modell zur Vorhersage der auf diesen Ergebnissen beruhenden Faserbeschaffenheit entworfen. Die Forscher sammelten die Faserholzeigenschaften von Stämmen der norwegischen Fichte aus verschiedenen Teilen Nord- und Mitteleuropas. Von den Probebäumen wurden Durchmesser, Alter und Höhe gemessen. Eigenschaften wie Faserlänge und -breite, Dicke der Zellwände sowie Grunddichte wurden mit in die Bewertung einbezogen. Die Ergebnisse zeigten, dass all diese Eigenschaften für die aus Holz gefertigten Produkte relevant sind.



Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse gibt es viele Wege, wie die Produktionsketten diese Modelle in der Forstwirtschaftspraxis nutzen können. Drei Beispiele umfassen Holzbeschaffungsstrategien, Standortauswahl und das Sortieren nach Holz- und Fasereigenschaften. Bei der Beförderung von Holz über längere Strecken ist es beispielsweise wichtig, dass das Holzmaterial über geeignete Eigenschaften verfügt, um effiziente Transportverfahren zu optimieren. Wenn also zwei Mühlen ein gemeinsames Forstgebiet, jedoch unterschiedliche Prozesse und Produktmischungen nutzen, können beide von einer entsprechenden Trennung der Rohmaterialien profitieren. Dies wäre, neben Beförderungssituationen, auch dort von Nutzen, wo es einen Überschuss an Nutzholz gibt oder eine Mühle ihren Verbrauch an Rohmaterialien steigern muss. Obwohl diese Beschaffungsstrategie bereits eingesetzt wird, bietet die Berücksichtigung der Holzeigenschaften einen weiteren Vorteil für die Transportplanung.

Ähnlich können auch Unterschiede des Faserholzes aufgrund verschiedener Herstellungsverfahren (z.B. Auslichtung vs. Abholzung), aufgrund von Beständen unterschiedlichen Alters oder aufgrund von Unterschieden in der Fruchtbarkeit des Bodens die Qualität des Faserholzes beeinflussen. Die Kenntnis dieser Unterschiede kann zur Bestimmung der geeigneten Fäll- und Mahlverfahren genutzt werden. Zusätzlich dazu kann die Auswahl gemäß den Unterschieden der Holz- und Fasereigenschaften dazu beitragen, die gegenwärtige Anzahl an Holzsortimenten zu steigern.

Um die Kosten zusätzlicher Sortimente minimal zu halten, entwickelte Skogforst eine Computersoftware mit dem Namen Sortkost. Mit Sortkost können die Sortier- und Abholzungskosten berechnet werden, um sicherzustellen, dass die Einnahmen die Sortierkosten abdecken und dass, wenn dies nicht der Fall ist, die notwendigen Anpassungen vorgenommen werden. Deshalb können die gewonnenen Daten für Sortierstrategien genutzt werden, die sowohl die Holzeigenschaften als auch den Produktionsbedarf der Mühlen optimieren und gleichzeitig die Abholzungs- und Logistikkosten senken.

Dr. Lars Wilhelmsson | ctm
Weitere Informationen:
http://www.skogforsk.se/

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