Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cross Compliance

15.12.2004


Cross compliance - was ist das eigentlich und ist es wirklich so schlimm wie es sich anhört? Unter cross compliance werden all jene Regelungen zusammengefasst, die der Landwirt ab 1. Januar 2005 einzuhalten hat, um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen. Die Prämienzahlung wird an die Einhaltung von Auflagen zum Verbraucher-, Umwelt-, Natur- und Tierschutz geknüpft. Die Einhaltung der Regeln wird kontrolliert. Bei einem Verstoß werden die Prämienzahlungen gekürzt.



Was kommt da auf die Landwirte zu? Auf einer Fachtagung des Rural Extension Network in Europe - kurz R.E.N.E. vom 7. bis 9. Dezember 2004 in Rauischholzhausen gingen etwa 60 Teilnehmer der Frage nach "Wie kann Cross compliance bewältigt werden?" Dr. Jörg Hüther vom Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellte die Regelungen aus deutscher Sicht dar. Die Verordnung über die Grundsätze der Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand enthält im Grunde genommen Minimalforderungen, die durch geltendes Fachrecht (Düngeverordnung, FFH-Richtlinie, Klärschlamm-Verordnung etc.) vielfach bereits abgedeckt sind. Selbst neue Regelungen, wie die Erstellung einer Humusbilanz (nur im Fall, dass eine dreigliedrige Fruchtfolge nicht eingehalten wird) müssen deutsche Landwirte nicht schrecken. Wirklich neu ist, dass all diese Dinge schriftlich dokumentiert und nachgewiesen werden müssen. Für Landwirte sowie die mit der Umsetzung und nationalen Ausgestaltung beschäftigten Vollzugsbehörden geht ein erheblicher Aufwand sowie eine weitere Kontrollbelastung einher.



In der verpflichtenden Dokumentation der Betriebsabläufe sahen die Tagungsteilnehmer, überwiegend Berater aus den verschiedenen Bundesländern und weiteren EU-Mitgliedsländern, allerdings auch eine Chance. Schließlich sei es im Interesse der Landwirte, zu wissen, was in ihrem Betrieb passiert. Ob die cross compliance Regelungen unmittelbar Auswirkungen auf die Umwelt haben, wurde allerdings bezweifelt, da die meisten Anforderungen bereits durch deutsches Fachrecht abgedeckt sind. Allerdings wird erwartet, dass das Umweltbewusstwein der Landwirte zunimmt.

Um der zunehmenden Dokumentationspflicht Herr zu werden, kann der Einsatz eines Qualitätsmanagementsystems nützlich sein. Wie solche Systeme funktionieren, erläuterten zwei Experten aus Hessen und Baden-Württemberg. Da die Anforderungen an die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte sowie die Anforderungen zur Dokumentation im Sinne der Rückverfolgbarkeit steigen, können solche Systeme helfen, die Abläufe im Betrieb zu erfassen, zu verfolgen und zu dokumentieren sowie Mehrfacherfassungen zu vermeiden. Im Falle von Kontrollen haben es Betriebsleiter, die sich Qualitätsmanagementsystemen oder Umweltmanagementsystemen anschließen, auf jeden Fall leichter, entsprechende Nachweise vorzulegen.

Eine abschließende Dokumentation dieser Fachtagung wird voraussichtlich Ende des Jahres auf der Internetseite von R.E.N.E. www.rene-net.org erscheinen.

Wie der Einstieg in ein Umweltmanagementsystem in kleinen und großen Betrieben gelingen kann, wird in dem aid-Film "Bauern Power mit System" gezeigt.

Erläuterungen zur Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung hat der aid infodienst im Internet unter www.bubagrar.de veröffentlicht.

Renate Kessen | aid

Weitere Berichte zu: Einhaltung Fachrecht Fachtagung Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Neue Strategie zur Kupferreduktion im Pflanzenschutz entwickelt
21.02.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave
20.02.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics