Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen jetzt auch für die Biogasgewinnung interessant

26.06.2001


Der Anbau und die Nutzung von Pflanzen zur Biogasgewinnung (Vergärung) wird für Landwirte, die bereits eine Biogasanlage betreiben oder eine neue Anlage planen, immer interessanter. Grund hierfür ist das seit April 2000 gültige Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG).
Am Institut für Agrartechnik Bornim (ATB) werden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Vergärung von Pflanzen untersucht und Schlussfolgerungen für den praktischen Betrieb abgeleitet. Das EEG regelt u.a. die Vergütung von Strom aus Biogas je kWh mit DM 0,20 durch die Energieversorgungsunternehmen (EVU`s) für Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 500 kW und schafft damit Planungssicherheit für die Errichtung einer Vielzahl neuer Biogasanlagen. So sind z.B. nach Angaben des Fachverbandes Biogas e.V. seit dem 1. Januar 2000 bundesweit rund 200 neue Biogasanlagen errichtet worden. Es wird eingeschätzt, dass Ende 2001 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 1650 solcher umweltfreundlicher Biokraftwerke Strom und Wärme erzeugen.

Zulässige Pflanzen, die auch als Nachwachsende Rohstoffe (NawaRos) bekannt sind und auf Stillegungsflächen angebaut werden, sind Ganzpflanzen wie etwa Mais, Raps und Getreide sowie zusätzlich Körnermais/CCM. Zugelassen sind weiterhin mehrschnittige Kulturen von Klee, Gras, Luzerne und Gemische hieraus. Im Falle der Verwertung der Pflanzen als Rohstoffe für die Biogaserzeugung unterliegen der Anbau und die Silierung der NawaRos der Meldepflicht bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Frankfurt/M. sowie bei den zuständigen Landesstellen.

Die Vergärung der Pflanzen erfolgt überwiegend gemeinsam mit Gülle durch Zumischen in der Vorgrube, oder durch direkte Zugabe über einen Einfüllschacht in den Biogasreaktor. Da pflanzliche Biomassen im Vergleich zu Gülle wesentlich energiereicher sind und deutlich höhere Biogaserträge liefern (etwa 250 m3 Biogas je Tonne Mais mit 35% Trockensubstanz im Vergleich zu etwa 25 m3 Biogas je Tonne Gülle mit 8% Trockensubstanz), darf die Zugabe von Pflanzen nicht zu einer Überlastung des Biogasreaktors und damit zu einer Störung des Fermentationsprozesses führen. Folge einer solchen Störung (Übersäuerung) des Fermentationsprozesses ist meist ein drastischer Rückgang der Biogasproduktion mit erheblichen ökonomischen Verlusten oder im Extremfall ein Stoppen des Prozesses. Ziel der Untersuchungen ist das rechzeitige Erkennen einer solchen Übersäuerung durch kostengünstige und zuverlässige Sensortechnik. Im Zusammenarbeit mit der Industrie ist ein Forschungsvorhaben begonnen worden, das den Betrieb von Biogasanlagen nicht nur sicherer macht, sondern bereits vorhandene Kapazitäten besser als bisher nutzt.

Das ATB gehört zusammen mit 77 anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Serviceeinrichtungen für die Forschung zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. (WGL).


Ansprechpartner:
PD Dr. agr. Dipl.-Ing. Bernd Linke
Abteilung Bioverfahrenstechnik
Tel: (0331) 5699-110
E-Mail: blinke@atb-potsdam.de


Bei Nutzung oder Veröffentlichung bitten wir um das Zusenden eines Belegexemplars an folgende Adresse:

Institut für Agrartechnik Bornim e.V. (ATB)
Öffentlichkeitsarbeit
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam
Tel: (0331) 5699-714
Fax: (0331) 5699-849

Gudrun Spaan | idw

Weitere Berichte zu: ATB Biogas Biogasanlage Biogasgewinnung Gülle Vergärung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE