Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Salmonellenrisiko wirksam reduzieren

02.12.2004


Ein neues Melde- und Beratungsinstrument soll Landwirtschaftlichen Betrieben helfen, das Salmonellenrisiko in ihren Tierbeständen zu reduzieren. Unterstützung erhalten Landwirte und Tierärzte dabei über eine Erweiterung der bundesweiten Salmonellendatenbank www.qualiproof.de. Die Softwarefirma Qualitype AG, die Landwirtschaftskammer Weser Ems und die Universität Bonn haben das Informations- und Beratungsangebot gemeinsam entwickelt. Es ist Baustein eines deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojekts zur grenzüberschreitenden Qualitätssicherung bei der Fleischproduktion.


Allein 2003 erkrankten in Deutschland laut Melderegister des Robert-Koch-Instituts mehr als 60.000 Menschen an einer Salmonellen-Infektion. Wichtiger Bestandteil des seit drei Jahren in Deutschland organisierten Prüfzeichens "Qualität und Sicherheit" zur Qualitätssicherung in der Schweinefleisch-Erzeugung ist daher ein systematisches "Salmonellen-Monitoring". Darunter versteht man die regelmäßige Kontrolle der Salmonellenbelastung, zu der alle Schweinemast-Betriebe verpflichtet sind. Alle Laborergebnisse werden in einer zentralen Salmonellendatenbank gesammelt. Anhand der Proben wird jeder Betrieb einer von drei Risikoklassen zugeordnet. Fällt er in die Warnstufe 2, wird eine Beratung durch externe Experten oder spezialisierte Tierärzte empfohlen. Überschreitet der Betrieb die Grenzwerte und fällt in Kategorie 3, ist der betroffene Landwirt sogar verpflichtet, mit professioneller Hilfe die Ursachen für die Bakterienbelastung zu identifizieren und abzustellen.

Als weiteren Baustein im deutsch niederländischen Interreg IIIA Projekt "Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherungssysteme (GIQS) in der Fleischerzeugung" haben die Softwarefirma Qualitype AG, die Landwirtschaftskammer Weser Ems und Wissenschaftler der Bonner Landwirtschaftlichen Fakultät ein Melde- und Beratungsinstrument zur Salmonellenreduktion erarbeitet. Landwirte und Berater werden damit noch besser bei der Bekämpfung der Infektionsquellen unterstützt. Das Melde- und Beratungsinstrument besteht einerseits aus einem offenen Webseitenangebot, das in die Salmonellendatenbank eingebunden ist. Es wird am 1. Dezember für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Landwirte können hier Informationen über Tierärzte und Berater finden, die sich auf die Beratung bei Salmonellenproblemen spezialisiert haben. Für Tierärzte und Berater besteht ab sofort die kostenlose Gelegenheit, sich hier zu registrieren und ihre Dienstleistung anzubieten. Das Register ist nach Regionen sortiert und ermöglicht den Landwirten die gezielte Suche nach Hilfe im Problemfall. Fachinformationen über Schwachstellenanalysen und Maßnahmen-Management runden das offene Angebot ab.


Als zweite Teilaktivität wird momentan ein Email-gestütztes Melde- und Beratungsinstrument für Problembetriebe entwickelt. Tierhalter und ihre Berater werden in Zukunft automatisch über ihren aktuellen Salmonellenstatus und gegebenfalls über den Bedarf einer Beratung informiert. Zusätzlich werden sie bei der gezielten Schwachstellenanalyse unterstützt. Durchgeführte Maßnahmen werden an die Datenbank zurückgemeldet und dort den neuen Salmonellenergebnissen gegenübergestellt. Damit wird direkt sichtbar, wie erfolgreich die Maßnahmen waren. So entsteht eine wertvolle Informationsgrundlage für die gezielte Unterstützung der Problembetriebe. Die Informationen werden streng geschützt; sie sind nur für die Landwirte sowie von ihnen autorisierte Berater zugänglich.

Nach Fertigstellung wird das Werkzeug Anfang 2005 in der deutsch-niederländischen Grenzregion erprobt. Anschließend steht das Instrument auch den übrigen Teilnehmern des Salmonellen-Monitorings zur Verfügung.

Das Projekt wird kofinanziert durch das EU-Programm INTERREG IIIA der Euregio Rhein-Waal sowie durch das niederländische Landwirtschafts-ministerium, die Provinz Gelderland sowie die Wirtschaftsministerien von Nordrhein Westfalen und Niedersachsen

Weitergehende Fragen beantworten:

Dr. Stefanie Gymnich (Universität Bonn)
Tel. 0228/73-2057
E-Mail: sgymnich@uni-bonn.de

Dr. Joachim Ehlers (Landwirtschaftskammer Weser Ems)
Tel. 0441/801675
E-Mail: j.ehlers@lwk-we.de

Gereon Schulze Althoff (GIQS e.V.)
Tel: 0228 73 4805
Email: G.Althoff@giqs.org

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.giqs.org
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: EMS Landwirt Salmonellendatenbank Salmonellenrisiko Tierärzte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Klimawandel – die Tanne sticht Fichte und Buche aus
10.08.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie